Aachen: Lothringair versprüht Großstadtflair

Straßenfestival in Aachen : Lothringair hebt auf mehr als Musik ab

Strahlender Sonnenschein, gute Musik und buntgemischtes Publikum. Bessere Bedingungen für ein gelungenes Straßenfest gibt es nicht. Zum sechsten Mal fand jetzt das Lothringair Festival in der Lothringer Straße im Frankenberger Viertel statt. Vor kurzem noch stand das Event fast vor dem Aus.

Kurzfristig sprang der Musikbunker als Mitorganisator ein und rettete das beliebte alternative Straßenfest. Ein weiteres Mal wurde es so zum vollen Erfolg. Wie gewohnt wurde das ehrenamtlich organisierte Festivals durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziell unterstützt – ein Großteil finanzierte sich außerdem durch die Getränkeverkäufe. Der Eintritt blieb frei.

Dieses Jahr konnte das Lothringair mit knapp 70 Programmpunkten aufwarten. Neben Konzerten auf zwei Hauptbühnen wurde auf einer kleineren Bühne, dem „performancespace“, zeitgenössischer Tanz und Improvisationstheater dargeboten. An diversen kleineren Punkten zeigten DJs und weitere Musiker – wie etwa der Kölner Künstler „Pure Imagination“ – ihr Können.

An hippen Essensständen war von veganen Gerichten über asiatische Küche bis zur klassischen Fritten für jeden Geschmack etwas dabei. Für erfrischende Getränke – oder „Airfrischungen“ wie sie auf der Party im Frankenberger Viertel hießen – war natürlich auch gesorgt.

Autoreifen adieu: Möglicherweise waren es Freudensprünge, die ein Künstler hier artistisch zum Abschied des Lothingairs zeigt. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Das Festival beließ es jedoch nicht bei Musik und Verpflegung. Verschiedene Künstler stellten Gemälde, unterschiedlichstes Kunsthandwerk, Schmuck und Siebdrucke aus. Auch ein Skate-Wettbewerb wurde ausgerichtet – vom Ersten Aachener Skateboard Club. Sogar individuelle Taschen wurden genäht und für die ganz Mutigen: Tattoos gestochen. So manch einer kam also nicht nur mit bester Laune nach Hause, sondern auch mit neuen Motiven auf der Haut. Doch wieso überhaupt nach Hause gehen, nachdem das Lothringair gegen 22 Uhr seine Pforten schloss?

Nach dem letzten Konzert des Tages, das im Musikbunker stattfand, schloss sich dort noch die offizielle Aftershowparty an. Im Laufe des Tages zog zudem das Zuschauerinteresse spürbar an. Als die letzten Töne der Party verklangen, ging damit ein runder, kulturell wertvoller und bunter Festival-Tag zu Ende. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch nächstes Jahr wieder Bewohner des sonst so ruhigen Frankenberger Viertels unter jede Menge Aktionskünstler, Musiker und Impro-Schauspieler mischen können – für kulturelle Vielfalt, Austausch und eine lebendige Gemeinschaft.

Satter Sound: Das Musikprogramm zog vor allem in den Abendstunden viele Gäste in die künftige Radfahrstraße. Foto: dmp Press/Ralf Roeger
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