Aachen: Langjähriger VVN-BdA-Vorsitzender Kurt Heiler gestorben

Im Alter von 67 Jahren : Antifaschistische Bewegung trauert um Kurt Heiler

Der Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus und Hass war sein stetes Anliegen. Kurt Heiler, der langjährige Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) ist plötzlich und unerwartet gestorben.

„Es heißt ja eigentlich: Keiner sei unersetzbar“, sagt Detlef Peikert von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), „doch das stimmt hier nicht.“ Denn Kurt Heiler ist gestorben. „Er war die tragende Kraft, er war der Motor, er war der Ideenanreger“, sagt Peikert über den Mann, der jahrzehntelang das Gesicht der antifaschistischen Bewegung Aachens gewesen. Und das bis zu seinem plötzlichen und unerwarteten Tod.

Kurt Heiler ist am vergangenen Donnerstag in einem Heidelberger Krankenhaus gestorben. In Heidelberg hatte er seine Tochter besucht, um seinen 67. Geburtstag am Montag vergangener Woche zu feiern. Er hinterlässt eine Tochter mit Schwiegersohn sowie zwei Enkelkinder.

Der Kampf gegen Faschismus und Antisemitismus war Kurt Heiler ein stetes Anliegen. So gestaltete er seit Jahren das Pogromnachtgedenken in Aachen maßgeblich mit. „Auch für die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr hat er die Vorbereitung komplett bestritten“, berichtet Detlef Peikert. Heiler habe die verschiedenen Institutionen intensiv beraten und somit 30 bis 40 Veranstaltungen organisiert. „Dieses auch in Zukunft fortzusetzen, das wird sehr, sehr schwer“, sagt Detlef Peikert.

Kurt Heiler wollte mit allen Veranstaltungen stets die Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen von Nazi-Deutschland wachhalten, damit so etwas nie wieder geschehen kann. So hat er noch gemeinsam mit Hannelore Herpertz vom Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen für das Vorwort der aktuellen Veranstaltungsreihe zum Pogromnachgedenken formuliert: „Dass wieder Nazis in den Parlamenten sitzen, das sind keine ,Anfänge’, deren wir uns erwehren. Wir sind mitten in einer Auseinandersetzung, die in einer erneuten Katastrophe enden wird, wenn wir die Rassisten und Antisemiten nicht aufhalten.“

(hr)
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