Aachen: Künstler und Sänger aus Georgien zu Gast im Atelier Pasch

Kultur in Aachen : Bilder, Skulpturen und Musik aus Georgien im alten Tuchwerk

Zum international besetzten Kultur-Spot wird das Tuchwerk Soers mit einer Ausstellung und einem Konzert georgischer Künstler. Ermöglicht werden die georgischen Kulturtage mit zwei Veranstaltungen durch die Kooperation des Atelier Pasch von Barbara und Norbert Pasch und der Kleinen Theaterfabrik von Tatjana Jurakowa, die wieder Puppentheater-Aufführungen für große und kleine Leute veranstaltet.

„Moderne trifft Tradition“ nennt sich die Ausstellung der Maler und Bildhauer, die im Atelier Pasch in der Tuchfarbik am Strüverweg zwischen den Skulpturen des rheinischen Bildhauers Clemens Pasch ausstellen. Sie präsentieren nicht nur eine enorme Bandbreite künstlerischer Techniken, sondern geben Einblicke in ältere und zeitgenössische Werke gereifter und vor allem jüngerer Künstler.

Irakli Biliseishvili ist mit seinen 23 Jahren der jüngste Ausstellungsteilnehmer und fasziniert vor allem mit seinen Skulpturen. Er schuf unter anderem einen an antike Darstellungen angelehnten Zentauren aus Gips und verlieh ihm eine Bronze-Optik. Hochinteressant ist auch der aus Rodins Denker weiterentwickelte georgische Denker der jungen Bildhauerin Guranda Khoshruashvili, der in seiner Nacktheit für die Transparenz freier Gedanken steht.

Faszinierende Geschichten im Puppenformat: Tatjana Jurakowa lädt wieder zum Figurentheater in der Kleinen Theaterfabrik. Los geht’s am 21. September, 15 Uhr, mit Hans-Christian Andersens „Däumelinchen“. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Während Giorgi Ustiashvili unter anderem menschliche Zustände und Emotionen auf Papier bannt, setzt Giorgi Kartvelishvili vor allem auf stimmungsvolle Darstellungen alter Häuser und Orte, vergangener Landschaften und „lost places“. Dimitry Shanidze, mit 64 Jahren der älteste der Künstler, präsentiert Stillleben-Gouachen verschiedener georgischer Regionen und unter anderem auch Ansichten der einstigen Hauptstadt Kutaissi mit dem Fluss Rioni bei Hochwasser. Romeo Lekveishvili setzt auf Erinnerungen an vergangene georgische Zeiten und zeigt neben einem Grammophon und stimmungsvollen Landschaften auch ein Porträt seiner 86-jährigen Großmutter Nina in traditioneller bäuerlicher Kleidung.

Den musikalischen Rahmen zur Kunstausstellung bietet das ausschließlich mit Männern besetzte „Quartett Ranina“ mit traditionellen und modernen georgischen Songs in der Kleinen Theaterfabrik. Während die Ausstellung bis zum 3. Oktober hängt und den Beitrag des Ateliers Pasch zur Kunstroute darstellt, gibt es das Konzert nur am 21. und 22. September, jeweils um 20 Uhr. Ticket-Reservierungen sind unter Telefon 02407/17911 und per mail unter theater.jurakowa@gmx.de erbeten.

Parallel zur Ausstellung und den Konzerten läuft das umfangreiche Puppentheater-Programm der aus der Sowjetunion stammenden Künstlerin Tatjana Jurakowa, das sich an Menschen ab etwa vier Jahren richtet und bis hin zu Theaterworkshops für Erwachsene reicht. Weitere Infos zum Programm gibt es unter www.jurakowaprojekt.de

Geöffnet ist die Ausstellung im Atelier Pasch im Tuchwerk Soers, Strüverweg 116, mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Eine Finissage findet am 3. Oktober, 15 Uhr, statt.

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