Aachen: Kita-Kinder und Senioren basteln gemeinsam

Mehrgenerationen-Projekt in Burtscheid : Wohnungsbau für Bienen und andere Insekten

Kinder aus der städtischen Kindertagesstätte Bayernallee treffen sich regelmäßig mit Senioren aus der benachbarten Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt. Das Projekt ist Teil eines großangelegten Projekts zur Quartiersentwicklung in Burtscheid.

Gebaut wird derzeit ja an vielen Ecken und Enden in Aachen. In den „Burtscheider Stuben“ allerdings entstand jetzt ein Wohnraum der besonderen Art. Kinder aus der städtischen Kindertagesstätte Bayernallee waren bei ihren Nachbarn in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt zu Gast und bauten gemeinsam mit den Senioren Insektenhotels.

Abwechselnd griffen Hannah, Rebekka, Emma, Leander, Said und Esma beherzt zur Säge, um das Material auf Maß zu schneiden. Mit Holz, Mulch, Schilf, Kiefernzapfen und mehr wurden dann die „Zimmer“ für die Insekten eingerichtet. Die Rahmen für die kleinen Häuschen hatten die Senioren bereits in ihrer Werkstatt im Keller der Begegnungsstätte gezimmert.

Die Mehrgenerationen-Baustelle gehört zu einem Projekt, das Begegnungsstätte, Kita und die „Altersgerechte integrative Quartiersentwicklung Burtscheid 50+“ gemeinsam auf die Beine stellen. Kinder und Senioren haben auch schon gemeinsam Kartoffeln gesetzt und Bäume gepflanzt. Im Herbst soll geerntet werden.

Die Partnerschaft zwischen Kindern und Senioren gehört zu den ersten Aktionen im Rahmen der Burtscheider Quartiersentwicklung, die insgesamt auf drei Jahre angelegt ist. Im Kern geht es darum, für alle Gruppen im Stadtteil, nicht nur für die Alten, Verbesserungen zu erreichen. Bei der Arbeit an den Insektenhotels ist das im Kleinen bereits gelungen. „So ein Projekt belebt die Begegnungsstätte, denn über die Kinder kommen auch Eltern und Großeltern in Kontakt zu den ‚Burtscheider Stuben‘“, sagt Gaby Lang, die gemeinsam mit Linus Offermann das AWO-Projekt managt. Sie weiß auch: „Viele Senioren suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung.“

Fast fertig: Mit dem Insektenhotel wollen die Kinder einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Foto: ZVA/Harald Krömer

Die Kinder wiederum gewinnen neben intensiver Beschäftigung mit der Natur auch so etwas wie „Ersatzgroßeltern“, die bei den regelmäßigen Treffen viel Zeit für sie haben. Gefördert wird das Projekt über die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), die damit „Chancenpartnerschaften“ anstoßen will. Im besten Fall, so hoffen die beiden Projektmanager, entwickeln sich aus solchen Aktionen regelmäßige Kontakte.

Anne Kneisel, selbst ehemalige Kita-Leiterin, begleitet das Projekt und leitet die Kinder an diesem Nachmittag im Umgang mit der Säge an. „Kinder sind so neugierig“, sagt sie. „Diese Neugier wollen wir wecken und bedienen.“ Kita-Leiterin Gerlinde Büttgen-Kolb ist sehr angetan von der Extra-Portion Förderung, die die Kinder bei ihren Expeditionen erhalten. Und jedes Kind kann am Ende des Nachmittags auch ein selbstgebasteltes Mini-Insektenhotel mit nach Hause nehmen: ein einfacher Plastikring, herausgeschnitten aus einer Plastikflasche und prall gefüllt mit insektenfreundlichem Material. Mal sehen, ob Insekten einziehen.

(mg)
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