Aachen: Kinderschutzbund beschäftigt sich mit Kinderrechten

Wandkalender vorgestellt : Die Fürsorge der Eltern ist ein Kinderrecht

Vor 30 Jahren wurden die Rechte von Kindern in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben. Der Aachener Kinderschutzbund beschäftigt sich aus diesem Anlass intensiv mit den Kinderrechten – auch mit dem Recht von Kindern auf elterliche Fürsorge.

Rund 750 Mütter, Väter oder Elternpaare suchen jedes Jahr Hilfe und Beratung beim Kinderschutzbund in Aachen. Die Fallzahlen der Erziehungsberatungsstelle und des Kinderschutz-Zentrums bewegten sich seit Jahren stabil auf hohem Niveau, sagt Andrea Weyer, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds. Immer häufiger allerdings führe die Trennung der Eltern zu Konflikten in der Kindererziehung, die dann beim Kinderschutzbund auf den Tisch kommen, beobachtet Psychologe Bernd Reiners, als Berater beim Kinderschutzbund.

Und ob Eltern sich mit Erziehungsfragen melden, ob ein Kind Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung wird oder ob die Eltern sich nach der Trennung um die Kindererziehung zanken: Betroffen sind immer die Rechte von Kindern, die bereits vor 30 Jahren in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben wurden.

Der Kinderschutzbund hat sich zum Jubiläum der UN-Konvention intensiv mit den Kinderrechten befasst und zum Beispiel gemeinsam mit der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth das Projekt „Kinderrechte malen“ gestaltet. Vorschulkinder der Einrichtung haben unter Anleitung von Erzieherin Anja Franck und Kunstpädagogin Christina Duben ausdrucksstarke Bilder dazu gemalt.

Diese hängen nun in einer Dauerausstellung in den Räumen des Kinderschutzbunds im Depot an der Talstraße. Aus den Bildern ist auch ein Wandkalender entstanden, der ab sofort erhältlich ist, unter anderem in sieben Aachener Buchhandlungen. Jeden Monat nimmt der Kinderschutzbund ein Kinderrecht besonders in den Blick. Im Oktober ist es das Recht des Kindes auf elterliche Fürsorge: „Kinder haben das Recht, bei ihren Eltern zu leben und von ihren Eltern gut betreut zu werden.“

Die allermeisten Eltern, berichtet Bernd Reiners, suchten von sich aus Hilfe beim Kinderschutzbund; zum Beispiel weil ihnen die Hand ausgerutscht ist und sie Angst haben, dass das wieder passiert; oder weil sie an der Trotzphase des Kindes verzweifeln. Für akute Sorgen bietet der Kinderschutzbund montags bis freitags unter der Nummer 0241/9499416 eine telefonische Sprechstunde an. „Und eigentlich kommt es so gut wie nie vor, dass niemand anruft“, berichtet Andrea Weyer.

Die Nachfrage nach Hilfe ist so groß, dass es bei den Beratungsterminen des Kinderschutzbunds mittlerweile eine beträchtliche Warteliste gibt. „Das zeigt aber auch, dass die Menschen bereit sind, sich zu öffnen“, stellt Weyer fest. „Sich Hilfe zu holen, ist mittlerweile kein Stigma mehr.“

www.kinderschutzbund-aachen.de

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