Aachen: Kabarett-Duo „Solofür2“ mit neuem Programm

Premiere am 29. März: Die Savelsbergs erklären sich die Welt

Manfred und Jan Savelsberg sind das Kabarett-Duo „Solofür2“. Am 29. März feiern sie mit ihrem neuen Programm in der Mayerschen Buchhandlung Premiere.

Manfred Savelsberg lernt schon fleißig: Gleich nach dem Aufstehen schnappt er sich die Manuskripte und liest. Der 69-Jährige bereitet sich auf die nächste Premiere mit seinem Sohn Jan Savelsberg vor. Vater und Sohn bilden das Kabarett-Duo „Solofür2“, das am 29. März sein neuntes Programm im Forum M der Mayerschen Buchhandlung vorstellt. Damit soll es nun endlich mit dem Berühmtwerden klappen.

„Es stehen erst vier von 14 Nummern, weil wir ja möglichst aktuell sein wollen. Aber ich brauche halt ein bisschen länger, bis alles sitzt. Deshalb muss ich anfangen, sobald ein Text fertig ist“, sagt Manfred Savelsberg und zuckt ein wenig verzweifelt über die eigenen Unzulänglichkeiten mit den Schultern.

Dabei sind genau diese vermeintlichen Makel ein wesentliches Tragwerk der Programme des Kabarett-Duos aus Aachen. Wenn Vater und Sohn sich gegenseitig die Welt erklären, jauchzt das Publikum, weil Jan und Manfred Savelsberg zwar überzeichnen, diese Dialoge aber doch oft auch aus dem eigenen Leben stammen könnten. „Wir bringen uns eben selbst ein“, so Manfred Savelsberg.

Zweiter wichtiger Bestandteil ist der Blick auf ihre geliebte Heimatstadt Aachen und seine Bewohner. „Ich liebe die Öcher. Sie sind freundlich, nur anders“, meint Manfred Savelsberg lachend. Und wer seine Heimatstadt liebe, der müsse auch den Finger in die Wunden legen, damit es noch besser werde. Das tut Manfred Savelsberg nur zu gern als Hausmeister Manni. Man darf gespannt sein, welche Lokalthemen sich er und auch sein Sohn vorknöpfen: Stadtentwicklung, Hambi-bleibt-Aktionen, Schaffung eines Laufhauses, Macron in Aachen?

Begleitet von Claus Thormählen am Flügel, wird Manfred Savelsberg aber auf jeden Fall ein Liebeslied an die britische Premierministerin Theresa May anstimmen – passenderweise ist der Premierentag auch der Termin, der bislang noch für den Ausstieg des Königreichs aus der Europäischen Union vorgesehen ist. Es wird eine der wenigen Nummern sein, die Manfred Savelsberg je selbst geschrieben hat, denn zuständig fürs Texten sind sein Sohn Jan und seine Frau Marlene. „Ich wollte mein ganzes Leben auf die Bühne, aber fürs Texten bin ich nicht gemacht“, kennt Manfred Savelsberg seine Grenzen.

Bundes- und weltpolitisch werden sich Vater und Sohn ebenfalls so einiges vorknöpfen. Und dabei vielleicht auch dem einen oder anderen ein skeptisches Kopfschütteln, ein genervtes Augenverdrehen oder einen erstickten Lacher entlocken. „Wenn das passiert, haben wir alles richtig gemacht. Wir wollen anecken“, erklärt Jan Savelsberg. Das werde allerdings zunehmend schwieriger. „Die Bereitschaft, die eigene Situation und den eigenen Standpunkt mit Humor zu nehmen, sinkt leider. Diese Leute kommen dann nicht mehr.“

Das wird Jan und Manfred Savelsberg wohl auch beim neunten Programm nicht passieren, dafür nehmen sie sich selbst viel zu wenig ernst. Gute Voraussetzung für einen gelungenen Kabarettabend. Und vielleicht auch fürs Berühmtwerden.

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