Aachen: Initiativen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Stifterpreis für Ehrenamtler : Mit Herzblut und Rückgrat in die Gesellschaft einbringen

Ein buntes Bild an Aktivitäten zeigte sich beim Blick auf den städteregionalen Stifterpreis auch in diesem Jahr. Unter dem Titel „Ehrenamt ist international“ wurden fünf Initiativen ausgezeichnet, und außerdem bekam der Männerchor „Fortissimo Euregio“ einen Sonderpreis.

Die rund 40 Sänger aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden gaben gleich an Ort und Stelle eine Kostprobe ihres Könnens und sorgten so für den feierlichen Rahmen der Ehrung im Haus der Städteregion. Seit 2011 werden Menschen, „die sich mit Herzblut und Rückgrat in die Gesellschaft einbringen“ mit dem Stifterpreis ausgezeichnet. Dr. Tim Grüttemeier, Städteregionsrat und Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, würdigte ihr Engagement und stellte fest: „Das Ehrenamt lebt in der ganzen Städteregion, und zwar in Form von tatkräftiger Hilfe und Initiativen unterschiedlicher Art.“

In der Tat spiegeln die fünf Kategorien des Preises ein breites Feld an Aktivitäten. Eines allerdings ist laut Grüttemeier allen gemein. „Getragen werden die Initiativen von Menschen, die einfach da sind, wenn sie gebraucht werden.“ „Pulse of Europe“, das Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg, „Technik ohne Grenzen“ und „Ingenieure ohne Grenzen“ sowie der „Europaverein Eschweiler“ wurden jetzt im Städteregionshaus in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Sie können sich jeweils über ein Preisgeld von 1500 Euro freuen. Und auch wenn es insgesamt nicht leicht gewesen sei, ob der Fülle an Vorschlägen die diesjährigen Preisträger auszuwählen, so habe es bei der ersten Kategorie „Einsatz für die gute Sache“ schnell Einigkeit gegeben, so Grüttemeier.

„Pulse of Europe“ habe gerade auch vor den Europawahlen laut und sichtbar für die europäische Wertegemeinschaft gekämpft, und das mit Erfolg, wie Grüttemeier meinte. „Wir müssen uns den Wert Europas immer wieder vor Augen halten“, sagte er, und „Pulse of Europe“ sei dies in beispielhafter Weise gelungen. Die bessere Wahlbeteiligung bei den jüngsten Europa-Wahlen sei sicher auch der Initiative „Pulse of Europe“ zu danken. „Seien Sie auch in Zukunft unser Gewissen für Europa“, forderte Grüttemeier die Aktivisten schließlich noch auf.

„Das Europa von Morgen liegt in unserer Hand“, betonte Ulla Thönnissen anschließend als Vorsitzende des Stiftungskuratoriums. Und die Schüler des Paul-Julius-Reuter- Berufskollegs gehen da ihrer Meinung nach den richtigen Weg. Sie wurden in der Kategorie „Nachwuchs mit Idealen“ ausgezeichnet, weil sie am Schülerforum des Europäischen Jugendparlamentes teilgenommen haben, und sich dabei ganz intensiv mit verschiedenen Aspekten des europäischen Gedankens beschäftigten.

Die Aachener Regionalgruppen „Technik ohne Grenzen“ und „Ingenieure ohne Grenzen“ setzen sich in vielen benachteiligten Ländern für den technischen Fortschritt ein. Die Studentinnen und Studenten der Aachener Hochschulen nutzen dabei ihr technisches Wissen und Knowhow, um beispielsweise Wasserwerke zu bauen oder Solarzellen zu installieren. Sie helfen in Ländern wie Kenia oder Ecuador und sorgen dort für bessere Lebensbedingungen.

„Diese Studenten tragen unserer gutes Bildungssystem in die Welt“, lobte Norbert Laufs, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. „Und der große Gewinner dieser Initiativen ist unsere Gesellschaft“, fügte er noch hinzu. Ausgezeichnet wurden beide Gruppen in der Kategorie „Gemeinsam engagiert“.

Veranstaltungsreihen mit europäischen Themen, Ausstellungen und die Arbeit mit jungen Menschen zeichnen laut Friedhelm Krämer, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, das Engagement des „Europavereins Eschweiler“ aus. Als „überzeugende Idee“ wurde der Verein nun ausgezeichnet. Und Krämer blieb nicht mehr, als den Akteuren ein ehrliches „Danke“ für ihr Engagement mit auf den Weg zu geben.

Mit Liedern auch auf Limburger Platt verabschiedete der Chor „Fortissimo Euregio“ die Gäste: Ausgestattet waren die Herren dabei mit Europasternen auf blauen Krawatten und einer Anstecknadel, die die Länder des Drei-Länder-Ecks repräsentieren. Theo Steinröx, Ehrenamtsbeauftragter, übergab die Urkunde und stellte ganz im Sinne der Sänger fest: „Wir danken, dass wir in so einem friedfertigen Europa leben dürfen.“

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