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Aachen: Initiative Radentscheid installiert Fahrrad-Trasse

Mobilität in Aachen : Nächster Stoßtrupp sperrt das Blech aus

„Simulation“ am Pontwall: Vertreter der Initiative Radentscheid haben am Montag im Herzen des Hochschulviertels die Vorzüge einer 2,30 Meter breiten, baulich gesicherte Velo-Trasse demonstriert. Zwischen Audimax und Ponttor steckten sie eine 250 Meter lange „Versuchsstrecke“ mit Pylonen ab.

Das Millionenprojekt in Sachen „neue Mobilität“ ist bekanntlich längst in trockene Tücher gepackt – mangelnde Kondition, selbst bei strömendem Regen, wird man den Vertretern der Initiative Radentscheid indes weiterhin nicht vorwerfen können. Auch wenn der ganz persönliche Entschluss, sich an diesem usseligen Montagmittag auf den Sattel zu schwingen, nicht jedem so leicht gefallen sein dürfte.

Pünktlich zu Start der nächsten Aktion pro Drahtesel hatte sich immerhin ein rundes Dutzend Mitstreiter von ADFC, VCD sowie der studentischen Initiative „Uni.Urban.Mobil“ vor dem Audimax versammelt. „Wir wollen zeigen, wie es sich anfühlt, wenn demnächst, zum Beispiel hier auf dem Alleenring oder auch an den großen Aus- und Einfallstraßen, endlich baulich getrennte Radwege eingerichtet sind“, erklärte Mitorganisatorin Relindis Becker beim Ortstermin am Pontwall – diesmal jedenfalls reichlich nass…

Die Probe aufs Exempel ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Mit einer kleinen Legion von Pylonen wurde der obligatorische Velo-Schutzstreifen über rund 250 Meter zwischen Wüllnerstraße und Ponttor kurzerhand auf exakt 2,30 Meter Breite erweitert, um zu demonstrieren, wie komfortabel und vor allem sicher die geplanten baulich getrennten Radwege demnächst funktionieren sollen.

„Damit ist genügend Platz vorhanden, um zum Beispiel andere Radfahrer problemlos zu überholen oder auch mal nebeneinander zu fahren“, erklärte Bendedikt Haumer vom ADFC. Schließlich seien unterschiedliche Geschwindigkeiten in Zeiten von E-Bikes und Pedelecs auch auf umweltfreundlichen Gefährten inzwischen gang und gäbe.

Und immerhin sollen nach den Forderungen des Entscheids auf den Hauptverkehrsachsen der Stadt mittelfristig pro Jahr rund fünf Kilometer neue Fahrradtrassen geschaffen werden, die durch Bordsteine oder Poller komplett vom Pkw-Verkehr abgeschottet sind.

Nachdem die Initiative dem Oberbürgermeister nicht weniger als 37.436 Unterschriften zur Umsetzung der neuen Ziele überreicht hat, muss (und will) die Stadt bis 2028 jährlich stolze elf Millionen Euro in die Realisierung eines umfänglichen Maßnahmenpakets investieren, das im Ganzen sieben zentrale Punkte beinhaltet. Mindestens die Hälfte der Summe soll über Fördergelder akquiriert werden. Wie die Gelder im Einzelnen eingesetzt werden, soll dabei nicht nur in den zuständigen politischen Gremien, sondern vor allem im Zuge einer breiten Bürgerbeteiligung entschieden werden.