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Aachen: Holger Brantin bleibt CDU-Vorsitzender

CDU-Kreisparteitag : Überzeugendes Ergebnis für Holger Brantin

Frei von Überraschungen hat die Aachener CDU am Samstag ihren Vorsitzenden Holger Brantin wiedergewählt und damit deutlich gemacht, dass sie gut zehn Monate vor der Kommunalwahl (13. September 2020) auf Kontinuität und Harmonie setzt. Ungeklärt ist allerdings weiterhin, wer ins Rennen um den Oberbürgermeisterposten geht.

Mit 91 Ja-Stimmen (90,1 Prozent von 103 abgegebenenStimmen) konnte Brantin am Samstag auf dem Kreisparteitag im Depot Talstraße an das gute Ergebnis von vor anderthalb Jahren anknüpfen. Im April 2018 wurde er mit 91,9 Prozent zum Nachfolger von Ulla Thönnissen gewählt, die damals ihren Rücktritt erklärt hatte. Die Gräben, die sich zu der Zeit in der Partei auftaten, hat Brantin offenbar erfolgreich überbrücken können. Denn seitdem arbeitet die Aachener CDU nach außen hin wieder äußerst geräusch- und reibungslos.

„Eine Partei, die zerstritten ist, gewinnt keine Wahl“, erklärte Brantin, der sich damit zwar auf den Bundesparteitag in der Vorwoche und die Querelen um Friedrich Merz bezogen hat, was aber problemlos auch auf Aachen übertragen werden konnte. „Die CDU ist eine geeinte Partei, die alle Menschen mitnehmen muss“, mahnte er und forderte seine Parteifreunde auf, die eigene Politik nicht schlecht zu reden.

Auch das aktuelle Megathema, den Klimaschutz, werde man sich nicht von den Grünen wegnehmen lassen, betonte er. Er zeigte sich überzeugt, die richtigen Antworten geben zu können. Klar sei jedenfalls: „Ein Zurück in die Steinzeit kann nicht die Lösung sein.“

Auch in Sachen Stadtentwicklung, wo es gefühlt lange Zeit keine Fortschritte gegeben habe, sieht Brantin die CDU inzwischen gut aufgestellt. So gehe es jetzt am Büchel voran, und auch für den Bushof sehe man neue Gestaltungsmöglichkeiten. Wie auch andere Redner sprach sich Brantin eindeutig für den Ausbau der Regio-Tram bis aufs Stadtgebiet aus, um den Nahverkehr zu verbessern.

„Uns steht ein spannender Wahlkampf bevor“, erklärte der alte und neue Parteichef. „Wir wollen die Themen angehen und haben ein gutes Team und die richtige Mannschaft dafür.“

Doch die wichtigste Frage ist auch nach diesem Kreisparteitag weiter ungeklärt: Wer soll als Nachfolger von Marcel Philipp als Oberbürgermeisterkandidat ins Rennen geschickt werden? Man werde bald einen geeigneten Kandidaten präsentieren, sagte Brantin, „wir sind unterwegs“. Er fügte jedoch hinzu: „Wir lassen uns nicht drängen.“

Zuvor hat er Philipp, der aus persönlichen Gründen nicht erneut zur Wahl antreten will, für dessen bisherige Arbeit gedankt: „Du bist ein hervorragender Oberbürgermeister und hast die Stadt außergewöhnlich toll repräsentiert.“ Für Philipp gab es auf dem Parteitag daraufhin langanhaltenden Applaus.

Auch Philipp schwor die Delegierten in seinem Grußwort auf den Wahlkampf ein, in dem er „als Teamplayer“ gemeinsam mit der CDU unterwegs sein will. Selbstbewusst auftreten, mit den Bürgern reden und besonnen die richtigen Lösungen finden, lautet seine Empfehlung für die kommenden Monate.

Ähnlich sieht es Fraktionschef Harald Baal, der das Parteitags-Motto „CDU Aachen wird vor Ort gemacht“ aufgriff. „Wir sprechen mit den Menschen“, setzt er ganz auf Nähe. Dann müsse man aber auch Entscheidungen mit Mut treffen und mit Geduld umsetzen. „Wir wollen den Menschen sagen: Vertraut uns, wir werden zusammen die Probleme lösen.“ Die Botschaft im Wahlkampf soll sein: „Die CDU ist verlässlich, sie zeigt klare Kante und setzt um, was sie verspricht.“