Aachen hilft der Pariser Kirche

Hilfe für Notre Dame : Experten laden zu Solidaritätsaktion

Ein Jahrhunderte altes Bauwerk, europäisches Wahrzeichen und das meistbesuchte Gebäude in Frankreich: Notre-Dame. Seit der Nacht vom 15. auf den 16. April ist die Pariser Kathedrale zudem das Opfer einer verheerenden Brandkatastrophe. „Notre-Dame geht uns alle an“, meint die Stadt Aachen. Deshalb veranstaltet sie am Samstag, 1. Juni, von 15 bis 18.30 Uhr eine Solidaritätsaktion in der Citykirche St. Nikolaus – natürlichem bei freiem Eintritt.

„Schon in der Nacht des Feuers wurde diese Idee geboren“, erklärt Stadtarchäologe Andreas Schaub, der im April – wie Millionen – hilflos im Fernsehen beobachtete, wie große Teile der historischen Kathedrale unter riesigen Feuerflammen einstürzten. Acht Experten sprechen im Rahmen der Solidaritätsaktion über Notre-Dame – die Medienresonanz, Geschichte, Bauforschung und auch den möglichen Wiederaufbau. Denn logisch: „Man möchte die alte Kathedrale schnellstmöglich zurück“, sagt Prof. Anke Naujokat vom Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH.

Bei der Aktion am 1. Juni richtet sich der Blick aber nicht nur nach Paris – auch nach Aachen. Durch das Feuer in Notre Dame vermehrten sich die Sorgen vieler Bürger, schließlich hat auch der Aachener Dom Holzdachstühle von 1656. „Natürlich ist dadurch die Brandgefahr groß“, erklärt Dombaumeister Helmut Maintz. Der Dom sei aber mithilfe einer Feuerlöschanlage für einen solchen Fall gewappnet.

Denn was Böller und Feuerwerkskörper ausrichten können, zeigte sich einst am Beispiel der Citykirche St. Nikolaus. Der Ort der Solidaritätsaktion, er könnte nicht besser passen. In der Nacht zum Neujahrstag 2011 entfachte eine Silvesterrakete einen Brand in der Kirche, zerstörte Kirchenfenster, Heiligenfiguren und große Teile des Hochaltars. Auch der Wiederaufbau der Citykirche wird in einem Kurzvortrag thematisiert. Generell darf bei der Solidaritätsveranstaltung vor allem diskutiert werden, erklärt Andreas Schaub: „Die Besucher dürfen uns gerne mit Fragen löchern.“

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