Aachen: Heimattheater überreicht dicken Spendenscheck

Dicken Spendenscheck : Heimattheater greift Kinder- und Hospizdienst unter die Arme

Das Aachener Heimattheater spendet 2000 Euro an den Ambulanten Kinder- und Hospizdienst Region Aachen. Das Geld ist der Erlös aus dem hochdeutschen Kindermärchen, das das Theater alljährlich zur Weihnachtszeit auf die Bühne bringt.

Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit überlegt das Aachener Heimattheater, welche Organisation sie mit einer Spende unterstützen könnte. Diesmal gingen 2000 Euro an den Ambulanten Kinder- und Hospizdienst Region Aachen. Das Geld ist der Erlös aus dem hochdeutschen Kindermärchen, das das Theater alljährlich zur Weihnachtszeit auf die Bühne bringt. Und das finden die beiden Koordinatorinnen des Hospizdienstes, Stefanie Lentz und Barbara Ebbing-Lennartz, ganz besonders schön. „Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst kann das Geld gut gebrauchen“, sagen sie. Seit 2006 unterstützen hier ehrenamtliche Helfer Familien mit Kindern, die unter einer lebensverkürzenden Krankheit leiden.

„Oft sind unsere Ehrenamtler viele Jahre für die Familie da, und auf Wunsch auch über den Tod des Kindes hinaus“, sagt Stefanie Lentz. Denn die Zukunftsvorstellungen der Familien werden mit der Diagnose zerschlagen. Der Alltag muss neu gestaltet werden. Und die Themen Krankheit, Sterben und Trauer beschäftigen die ganze Familie. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden in Kursen auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Der nächste Kurs beginnt im September, Infoveranstaltungen sind am 3. Juni und 10. Juli um 19 Uhr in der Von-Coels-Straße 214 in Eilendorf geplant (Kontakt: aachener@deutscher-kinderhorpizverein.de oder telefonisch unter: 0241/ 9161669).

Die Aufmerksamkeit, die ihnen und ihrem Verein für ihr Anliegen an diesem Theaterabend zu Teil wird, wissen Stefanie Lentz und Barbara Ebbing-Lennartz sehr zu schätzen. Marc Knisch, Vorsitzender des Aachener Heimattheaters, überreicht ihnen den Scheck auf der Bühne im Eurogress, bevor sich dann der Vorhang zur Komödie in Aachener Mundart öffnet. Und da amüsieren sich auch die Vertreterinnen des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes prächtig. Humor sei gerade auch bei der Begleitung der kranken Kinder wichtig, meinen sie.

Und am Stück „Neä wat för ene Hantür“ in Aachener Mundart haben die Zuschauer im Eurogress in der Tat ihre Freude. Das männliche Trio vom Adalbertsteinweg steht in wunderbarer Weise unter dem Pantoffel, und die Damen haben wenig Lust, sich im Haushalt nützlich zu machen. Das birgt natürlich jede Menge Konfliktpotential, und entsprechende Verwirrungen bleiben nicht aus. Ausgestattet mit bunten Schürzen und „sprechenden“ Kaffeekannen in der Hand meistern Matschö, Fränz und Pitt „das bisschen Haushalt“ und lassen sich dabei von ihren Frauen sagen, was zu tun ist. Nur nachts gelingt es ihnen gelegentlich, ins Nachtleben abzutauchen. Als dann aber die Bardame „et Minchen“ bei Mätschö auftaucht, gerät alles aus den Fugen.

Mit Unterstützung eines befreundeten Junggesellen setzten sich die Männer zur Wehr. „Ich bin ein gestandenes Mannsbild, und so will ich auch behandelt werden, hast du das verstanden?“, übt Matschö den Text, den er seiner Frau sagen will. So nimmt der Männeraufstand Formen an. Und um den Öcher Sprachschatz ein bisschen besser zu verstehen, gibt es im Programmheft eine ganze Liste an „kröttelijen Wöet“: Ein wohlgeformtes Mädchen ist demnach ein „Brooemelepöllche“, ein Tölpel ist ein „Klüttekopp“ und ein Held ist ein „Makador“.

Natürlich wird am Ende alles gut, nur Hausmeisterin Klarissa Kuckelkorn steht alleine da. „Ach“, sagt sie da: „Da schnapp‘ ich mir doch den Knisch.“ Und zum Abschluss singen dann alle noch gemeinsam das Vereinslied – selbstverständlich auf Öcher Platt.

Das Stück wird noch zwei Mal in der Stadthalle Alsdorf aufgeführt: Am Freitag, 17. Mai, und am Samstag, 18. Mai, jeweils um 20 Uhr.

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