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Aachen: „Aachen goes electro“: Tolle Bühne für ein Zukunftsversprechen

Aachen : „Aachen goes electro“: Tolle Bühne für ein Zukunftsversprechen

Fast alle waren da. Jedenfalls aus Reihen der Firmen, Initiativen und Unternehmen, die sich dem Thema Elektromobilität verschrieben haben. „Aachen goes electro“ fand am Samstag zum dritten Mal unter diesem Motto statt.

Und der Elisenbrunnen entpuppte sich nicht nur im sprichwörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn als wahrer Quell an Ideen, Neukonstruktionen, E-Bikes, Elektroautos und Visionen rund um das Thema emissionsfreies Fahren.

Runde Sache: Elektromobilität in allen Facetten spielte am Elisenbrunnen die Hauptrolle — und viele Beteiligte gaben Gas. Foto: Andreas Steindl

OB wirbt für Alternative

Aachen goes Electro im. Foto: Andreas Steindl

Oberbürgermeister Marcel Philipp blickte bei seinen Begrüßungsworten dann auch stolz über die Informationsstände der einzelnen Unternehmen. „Wo immer ich hinkomme, werbe ich für die Elektromobilität und in Verbindung damit auch für den Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort Aachen“, zeigte auch er sich begeistert von der Thematik.

Aachen goes Electro im. Foto: Andreas Steindl

Neben der Deutschen Post, die mit ihrer Tochtergesellschaft StreetScooter Nutzfahrzeuge herstelle, werde in Kürze nämlich auch die Firma e.GO in Aachen einen kostengünstigen Kleinwagen produzieren. Philipp hatte gehofft, dass der Fortschritt auf dem Gebiet der E-Mobilität schneller voranschreiten würde, aber Pionierarbeit müsse eben manchmal in kleinen Schritten bewältigt werden. Er erwartete für die Zukunft weitere innovative Ideen, gerade auch durch die enge und gute Zusammenarbeit vieler Unternehmen mit der RWTH.

Weitgehendes Versprechen

Der Streetscooter liefert seiner Meinung nach den Beweis der Alltagstauglichkeit, hier würden Probleme für die Praxis gelöst. Sprach’s und schwang sich auf sein analoges Fahrrad, nicht ohne vorher versprochen zu haben, seinen Diesel-Kombi in naher Zukunft gegen ein Elektroauto einzutauschen.

Wer anschließend über die Ausstellungsfläche schlenderte, konnte erfahren, dass die Studenten vom Team Sonnenwagen Aachen seit 2015 an einem Fahrzeug bauen, welches Anfang nächsten Jahres fertig werden soll und mit welchem man im August 2017 an der World Solar Challenge teilnehmen wird, einer Rallye quer durch die australische Wüste, an der ausschließlich solargetriebene Fahrzeuge teilnehmen.

Als neuer Sponsor wurde die Firma Huawei vorgestellt, die sich vornehmlich auf die Entwicklung von Kommunikationstechnologie konzentriert. Mit ihrer Hilfe werden während der Rallye beispielsweise die Wetterdaten ins Fahrzeug überspielt, ein Muss bei einer derartigen Herausforderung. An einem anderen Stand fanden Autorennen statt, auf den ersten Blick eine Weiterentwicklung der guten alten Carrerabahn.

Paul Zielenbach vom Veranstalter Tema Marketing Aachen wusste aber: „Anhand dieser Spielzeugbahn kann das Prinzip der ,machine-to-machine Kommunikation‘ prima erklärt werden. Die Autos werden mit Hilfe einer App über Smartphone oder Tablet gesteuert, genau dasselbe passiert bei automatischen Rasenmähern und Staubsaugern oder in Zukunft vielleicht mit dem fahrerlosen Auto“, ist er der Zeit durchaus ein bisschen voraus.

Trotz des nasskalten Wetters war der Zuspruch zufriedenstellend, manch ein Besucher nutzte die Möglichkeit und fuhr seine ersten elektrischen Autorunden durch Aachen. Das Thema ist in den Köpfen der Menschen angekommen, jetzt müssen Wirtschaft, Verwaltung und Politik die Voraussetzungen für die Praxis verbessern. Allen Beteiligten war klar, dass gerade an der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge gearbeitet werden muss. Das hat auch Marcel Dilk aus Alsdorf erkannt. Er arbeitet mit vielen namhaften Firmen zusammen und stellt alle Arten von Ladestationen und Ladekabeln her. Innerstädtisch sei man schon gut aufgestellt, nun müssten die Randbezirke und Vororte mit einbezogen werden.

Aachen ist für viele Firmen aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit der RWTH ein exzellenter Stand- und Produktionsort, das hat „Aachen goes electro“ erneut gezeigt. Veranstaltungen wie die e-cross Germany-Rallye, bei der Aachen am 4. September Zielort sein wird, sorgen für medienwirksame Aufmerksamkeit.