Aachen: Gewrkschaftsbund ruft zur Mai-Demo auf

Aachen : DGB fordert Zusammenhalt der Demokraten

Die Mai-Demo des DGB endet in diesem Jahr auf dem Katschhof. Dort startet ein großes Fest zum „Tag der Arbeit“. Es gibt Talkrunden statt Mai-Reden.

Mit einer nachdrücklichen Aufforderung an die Arbeitnehmer, bei der Europawahl am 26. Mai ihre Stimme demokratischen Parteien und nicht etwa populistischen Stimmungsmachern gegen die Europäische Union (EU) zu geben, startet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am kommenden Mittwoch, 1. Mai, in den traditionellen „Tag der Arbeit“.

Anders als in den vergangenen Jahren wird die Mai-Kundgebung ab 13 Uhr nicht auf dem Markt vor dem Rathaus, sondern auf dem Katschhof quasi dahinter stattfinden. Denn das Programm ist zu umfangreich geworden. Wie gewohnt startet der Demonstrationszug mit Aachens DGB-Chef Ralf ­Woelk an der Spitze vom DGB-Haus in der Dennewartstraße. Start ist um 12 Uhr, gegen 13 Uhr wird der Zug am Katschhof erwartet.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die DGB-Jugend entscheidenden Anteil an der Programmgestaltung, auch in diesem Jahr setzen die Gewerkschafter auf die Jugendabteilung, die sich mit der Bildungsreferentin Clea Stille aktiv in das Programm einschaltet. Ab 14.15 Uhr sollen die jungen Gewerkschafter komplett die Bühne übernehmen. Möglicherweise auch aus diesem Grund haben die Altvorderen auf einen traditionellen Mai-Redner verzichtet.

Im Sinne des Gewerkschafts­mottos zum Tag der Arbeit „Europa. Jetzt aber richtig!“ forderte Ralf ­Woelk dringend, solche Parteien bei der Wahl zum Europäischen Parlament zu wählen, die eben nicht antreten, um die EU abzuschaffen. „Wir wollen keine Populisten und keine AfD dort haben“, beschwor Woelk den Zusammenschluss der Demokraten gegen die Zerstörung des „Friedensprojektes Europa“ von innen. Der DGB setze sich seit jeher für ein soziales Projekt Europa ein, es dürfe nicht zu einem reinen „Europa der Konzerne“ werden.

Auch deswegen haben die Aachener Gewerkschafter die erste Gesprächsrunde auf der Katschhofbühne international besetzt. Hier sprechen der Leiter des DGB-Verbindungsbüros zur EU in Brüssel, Stefan Gran, und der belgische Gewerkschafter Renaud Rahier (FGTB) zu grenzüberschreitenden Problemen der Gewerkschaftsorganisation. Lohndumping auch in der EU und die mangelnde Tarifbindung sind Themen des Gesprächs. In einer zweiten Talkrunde kümmern sich Güngör Özkul von der Industriegewerkschaft Bau und Sibylle Keupen vom Frauennetzwerk um Themen wie gleicher Lohn für Frauen und Männer, dies natürlich EU-weit. In der dritten Gesprächsrunde sollen aktive Europapolitiker zu gewerkschaftlichen und politischen Tagesthemen Rede und Antwort stehen. Zugesagt haben das Aachener Bundestags- und Europaratsmitglied Andrej Hunko (Die Linke), die EU-Kandidatin Eileen O’Sullivan von der Bewegung Volt (Listenplatz 4) sowie der EU-Abgeordnete Arndt Kohn (Städteregion, SPD), die über ihre europapolitischen Vorstellungen und über die aktuelle Krise in den europäischen Ländern diskutieren werden.

„Marshall-Plan für Europa“

Die Themen lehnen sich an die europapolitischen Prüfsteine des DGB an, der die europaweite Stärkung der Tarifbindung, eine Gleichstellungsstrategie für Frauen, einen „Marshall-Plan für Europa“ für Wachstum und Arbeitsplätze, eine europäische „Wirtschaftsregierung“ sowie die Wiederaufnahme des Friedensprojektes Europa fordert.

Am Nachmittag sind dann wie jedes Jahr die Familien zu einem breit gefächerten Kulturprogramm eingeladen. Dort präsentiert die DGB-Jugend unter anderem einen Poetry-Slam, das Hüpfkissen der Falken ist am Start, und neben den Essständen der Kulturvereine gibt es noch als kulinarisches Zubrot einige Streetfood-Trucks.

Ab 16 Uhr spielt die Irish-Folk-Band „Fragile Matt“ auf. Zur After-Show-Party lädt die DGB-Jugend dann ab 17 Uhr unter dem Motto „Still loving Solidarity“ in die Kneipe „Pfannenzauber“ am Suermondt-Platz ein, wo am Abend die Progressive-Rock-Band „Gemini“ spielt.

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