Aachen: Gemeinsames Projekt von Couven-Gymnasium und Jugendtreff

Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus : Gemeinsam kochen, miteinander reden

Das Couven-Gymnasium und das Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus in Aachen arbeiten in einem Projekt zusammen, das jungen Menschen in den Internationalen Förderklassen die Integration erleichtern soll.

Salat wird angerichtet, Obst wird geschält und zu Fruchtspießen gesteckt. Und in der Küche werden Empanadas geformt, die gefüllten Teigtaschen, die in der mittel- und südamerikanischen Küche so beliebt sind. Ein buntes und internationales Mahl kommt an diesem Nachmittag im Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus auf den Tisch. Ebenso bunt und international sind die, die es gemeinsam zubereitet haben und nun verspeisen. Mädchen und Jungen aus den Internationalen Förderklassen am Couven-Gymnasium, mehr als 60 junge Leute, sind seit vergangenem Sommer regelmäßig in dem Jugendzentrum am Kronenberg zu Gast. Gefördert wird ihr Kochprojekt vom Land NRW im Rahmen des Programms „Komm-An“, einer Maßnahme zu Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen.

Andrea Genten und Susanne Becker, Lehrerinnen am Couven-Gymnasium, hatten vor Monaten die Idee für das Projekt. Das Ziel: Die Kinder und Jugendlichen sollen einander besser kennenlernen. Und sie sollen auf unkomplizierte Weise Zugang zu den anderen Angeboten des Jugendtreffs erhalten. Kontakte knüpfen, das sei in der Tat wichtig, findet Schulleiter Michael Göbbels. „Mir bemühen uns ja, die Kinder in den Internationalen Förderklassen möglichst schnell in den regulären Unterricht zu integrieren. Deshalb lernen sie sich gar nicht so gut kennen.“ Dabei teilen alle das gleiche Schicksal: Sie müssen sich plötzlich in einem neuen Land zurechtfinden, die Sprache lernen, neue Freunde finden. „Deshalb ist die Förderklasse auch ein Stück Heimat, eine Art Familie für die Kinder“, erfährt Andrea Genten immer wieder. Die Altersspanne im Projekt reicht von neun bis 16 Jahren. Manche sind schon über ein Jahr lang in Aachen, manche gerade erst angekommen. Die jungen Leute kommen aus Kolumbien, Bolivien, Serbien, Venezuela, Afghanistan, China, Syrien, Australien, Japan, Südkorea… Manche sind als Flüchtlinge in die Stadt gekommen, manche aber auch, weil ihre Eltern hier arbeiten.

Yissel ist sehr angetan von den Kochtreffs, bei denen Speisen aus vielen Ländern auf den Tisch kamen. „Ich habe so viel gelernt“, erzählt die 17-jährige Bolivianerin. „Und man kann hier auch viele andere Sachen machen.“ Christel Schäfer und Birgitt Valk vom Leitungsteam des Jugendtreffs freuen sich, das zu hören. Sie hoffen, dass „Komm-An“ möglichst vielen der Schüler den Weg in den Jugendtreff geebnet hat. Auch Aleah (13) hat Spaß bei den regelmäßigen Treffen. Auch ein Gericht aus ihrem Heimatland, den Philippinen, haben sie dort schon miteinander ausprobiert. Eltern engagieren sich ebenfalls in der Kochgruppe. An diesem Nachmittag kümmern sich Cecili Di Rouso und Helena Kuklow um die Empanadas.

Die erste Förderphase des Projekts läuft jetzt aus. Es wäre aber schade, wenn der Kochtreff damit am Ende wäre, finden alle Beteiligten. Sie wollen sich für eine Anschlussfinanzierung einsetzen. „Wir möchten auf alle Fälle weitermachen“, betont Birgitt Valk. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendzentrum klappt so gut, dass sich Schulleiter Michael Göbbels sogar vorstellen kann, mittelfristig Freizeitangebote der offenen Mittagsbetreuung seiner Schule in den Jugendtreff zu verlagern. Aber das wäre dann wieder ein neues Kapitel in der Kooperation zwischen Schule und Jugendtreff.

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