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Aachen: Filmreihe zum Thema Frauenwahlrecht

100 Jahre Frauenwahlrecht : Der harte Kampf um gleiche Rechte

Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt. Daran erinnert eine Filmreihe in Aachen, die durchaus aktuelle Bezüge hat.

Am 30. November jährt sich die Änderung des Wahlrechtsgesetzes von 1918: Seit 100 Jahren können Frauen in Deutschland an die Urne gehen. „Beim ersten Wahlgang nutzten 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen ihre neue Partizipationsmöglichkeit, davon können wir heute nur noch träumen“, meinte Luitgard Gasser. Und weil eben 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts immer noch nicht von Gleichberechtigung in allen Lebenslagen gesprochen werden kann, hat die Gestalttherapeutin und Supervisorin mit den Kooperationspartnern Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Volkshochschule, Bischöfliche Akademie und Apollo-Kino eine Filmreihe ins Leben gerufen, um dem Thema mal wieder auf die Sprünge zu helfen.

„Es ist für die meisten Frauen immer noch ein harter Kampf, sich gleiche Rechte und Möglichkeiten zu erstreiten“, sagte Andrea Herzog-Legewie, Bildungsreferentin bei der kfd in Aachen, die einer von fünf Kooperationspartnern für die Filmreihe ist. „Auch deshalb ziehen sich heute wohl viele Frauen doch lieber wieder ins Private zurück.“

Ein anderes Vorbild geben die Filme, die alle im Apollo-Kino gezeigt werden: „Suffragette – Taten statt Worte“ (Freitag, 30. November, 20.15 Uhr) erinnert an Emmeline Pankhurst, die 1903 in London eine bürgerliche Frauenbewegung gründete mit dem Ziel, das Wahlrecht für Frauen zu erstreiten.

„Sternstunde ihres Lebens“ (Montag, 12. November, 20.15 Uhr) setzt der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert, eine der Mütter des Grundgesetzes, ein Denkmal. Sie sorgte durch Ausdauer und Kompromisslosigkeit dafür, dass die heute fast selbstverständlich klingenden Worte „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ gegen massive Widerstände besonders der männlichen Parlamentarier ins Grundgesetz der Bundesrepublik aufgenommen wurden. Sie musste aber auch die Frauen erst überzeugen.

Die SPD-Politikerin Elisabeth Selbert kämpfte für die Verankerung des Gleichtberechtigungsgrundsatzes im Grundgesetz. Foto: dpa

Der dritte Film „Warum Frauen Berge besteigen sollten“ (Sonntag, 25. November, 14 Uhr) ist eine Dokumentation über die feministische Historikerin, Autorin und Sozialreformerin Gerda Lerner. Sie floh vor den Nazis in die USA, engagierte sich dort sehr schnell in der Bürgerrechtsbewegung und gilt mit ihrem Werk „Die Entstehung des Patriarchats“ als Begründerin der Frauengeschichtsschreibung. Die Regisseurin des Films, Renate Keller, stellt sich nach dem Film der Diskussion.

„Oma und Enkelin“

Zum gleichen Thema zeigt die VHS in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen ebenfalls im Apollo-Kino außerdem den Film „Iron Jawed Angels“ über die Suffragette Alice Paul (Montag, 26. November, 20.15 Uhr).

Gasser wünscht sich ein generationenübergreifendes Publikum, das die Filme am besten gemeinsam schaut: „Oma und Enkelin wäre doch toll.“ David Baudouin, neuer Chef des Apollo-Kinos, hofft aber auch auf männliche Besucher. „Die können von den Filmen auch etwas lernen“, ist er sich sicher.

Karten und Infos über www.apollo-kino.de.