Aachen feiert den Tag der Integration im Eurogress

Tag der Integration : Eine gemeinsame Heimat für viele Kulturen

Zum Tag der Integration präsentierten die Aachener ihre Stadt im Eurogress als einen bunten, toleranten und weltoffenen Ort des Miteinanders.

Vertreter von 23 Gemeinden aus zehn Religionen machten gleich zu Beginn einmal mehr deutlich, wie groß die kulturelle und auch religiöse Vielfalt in Aachen ist. Und alle setzten die Friedensbotschaft ganz oben auf die Liste ihrer Prioritäten. „Suche den Frieden und jage ihm nach“, so stehe es schon in der Bibel geschrieben, sagte einer der christlichen Glaubensvertreter und räumte dabei gleich ein, dass gerade die Kirche nicht immer danach gehandelt habe.

Beim 13. Tag der Integration im Europa-Saal legten alle Religionen gleichermaßen wert darauf, den Frieden als höchstes Ziel zu benennen. Und neben einem friedvollen Miteinander ist laut Oberbürgermeister Marcel Philipp vor allem auch der Respekt eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Integration. „Wir sind hier in Aachen gut aufgestellt“, sagte er, betonte aber gleichzeitig, dass der Integrationsprozess noch lange nicht abgeschlossen sei.

Das Eurogress zeigte an diesem Tag mit einer wunderbaren Mischung aus Kunst, Kultur und Information, wie viele Kulturen inzwischen in Aachen beheimatet sind. Die asiatischen Löwentänzer gleich zu Beginn waren nur einer von vielen Hinguckern.

Auf verschiedenen Bühnen präsentierten Schulen, Theater, Tanztheater und Musikgruppen ein Programm, dass bei der Auswahl ob seiner Vielfalt durchaus für Kopfzerbrechen sorgte. Und alle gemeinsam zeigten einmal mehr, wie gut Integration funktionieren kann. „Integration findet das ganze Jahr statt“, betonte Moderatorin Ivy Owusu-Dartey, fügte aber hinzu: „Heute wollen wir es mal so richtig krachen lassen.“

Die Resonanz war überwältigend. Überall drängten sich Besucher vor den vielen Infoständen, und auch das Interesse am Bühnenprogramm war enorm.

„Das ganze Haus wird bespielt“, hatte Moderator Dieter Haack zuvor angekündigt, und in der Tat brummte der Laden überall. „Aachen ist eine tolerante Stadt“, sagte Hilde Scheidt wenig später, als fünf Preisträger mit dem Integrationspreis ausgezeichnet wurden. „Wir sind eine offene Gesellschaft“, fuhr sie fort, und forderte alle Gäste auf, „auch in Zukunft zusammenzuhalten und zusammenzustehen“. Gerade die Preisträger würden einen wichtigen Beitrag in diesem Sinn leisten.

„Unsere Zukunft wird besser und hoffnungsvoller durch Ihre Arbeit“, betonte auch Paola Blume, Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Aachen, und lobte ganz ausdrücklich auch die vielen Vereine und Organisationen, die das Thema Integration voranbringen. „Aachen spielt eine positive Rolle in der Integration“, sagte auch sie und vermutet eine der Ursachen durch Aachens Lage am Dreiländereck. Zudem würden die vielen internationalen Studenten Aachen in der ganzen Welt bekannt machen, ergänzte sie.

Den Besuchern im Eurogress wurde auf jeden Fall deutlich, wie bunt Aachen inzwischen ist: Immerhin haben laut Moderator Dieter Haack rund 35 Prozent der Aachener einen Migrationshintergrund. Allein beim Tanz ergab sich daraus auf der Bühne eine beeindruckende Vielfalt: Vom brasilianischen Capoeira über vietnamesische und orientalische Tänze bis hin zu Tänzen aus Israel oder Lateinamerika.

Die Stadt Aachen und das Bistum Aachen haben auch in diesem Jahr wieder mit vereinten Kräften dafür gesorgt, dass der Tag ein voller Erfolg werden konnte. Ganz besonderer Dank ging in Richtung der vielen freiwilligen Helfer aus dem Organisationsteam. „Denn ohne die wäre ein solcher Tag gar nicht zu organisieren“, betonten die Veranstalter.

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