Aachen: Aachen fährt elektrisch an die Spitze

Aachen: Aachen fährt elektrisch an die Spitze

Die Stadt Aachen ist auf dem besten Weg, bundesweit mit an die Spitze zu fahren, wenn es um die breite Einführung der Elektromobilität geht. Hier war vor mehr als zwei Jahren dieses attraktive Zukunftsthema bereits entdeckt worden, als andere Regionen noch weitgehend auf die alte Technologie der Verbrennungsmotoren setzten.

Die Pionierrolle vieler Akteure Aachen - mit der gebündelten Kraft vieler Hochschulinstitute - ist auch im Bundeswirtschaftsministerium erkannt und großzügig finanziell unterstützt worden.

Jetzt wurde der gelungene Abschluss von zwei Projekten der Elektromobilität gefeiert - und zufrieden darauf verwiesen, dass Berlin auch weitere Aktivitäten der Aachener mit Steuermillionen fördern wird.

Bilanz gezogen wurde über die Projekte „E-Aix - elektromobiles Aachen” und „Smart Wheels - Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für Elektromobilität”. Laut Andreas Pfeiffer, Geschäftsführer von Smartlab unter dem Dach des Konsortionalführers Stawag und weiterer Partner, standen für die nun abgeschlossenen Vorhaben knapp 20 Millionen Euro bereit. Ziel von E-Aix war es, in der Region Aachen die neue Technologie auf die Straße zu bringen, neue Verkehrs- und Infrastrukturkonzepte zu erarbeiten und zu erproben. Dabei ging es nicht nur um Autos, die mit Strom mobil werden, sondern um eine ganze Palette von Fahrzeugen, von Zweirädern über Nutzfahrzeuge bis zum elektrisch angetriebenen Bus der Aseag.

Mit Partnern wie der Deutschen Bahn wurden mittlerweile ein Verleihsystem von Elektrofahrrädern (Pedelecs) mit Standorten am Hauptbahnhof, dem Elisenbrunnen und der RWTH-Hauptmensa aufgebaut. Getestet wurden zudem Prototypen eines Elektrorollers und ein Batteriewechselsystem, um höhere Reichweiten zu erzielen. Daneben wurde mit E-Aix eine „Erlebniswelt Elektromobilität” aufgebaut, die die Bürger für dieses Thema begeistern soll.

Mobilität sprengt die Grenzen

Zu Smart Wheels gehörte ein Feldversuch mit Elektrofahrzeugen. Dazu wurden vom Aachener Motorenspezialisten FEV Fiat 500 entsprechend umgebaut. Weitere Fahrzeuge ergänzten die Flotte. Erfahrungen wurden auch mit dem Carsharinganbieter Cambio gewonnen. Erprobt wurden zudem Abrechnungssysteme für die Ladeinfrastruktur. Zwischenzeitlich wurde dafür gesorgt, dass E-Mobilisten problemlos auch jenseits der Grenzen in den Niederlanden und Belgien Strom „tanken” können.

Die bisherigen Erfahrungen und Ansätze in Sachen Elektromobilität sollen über das neue Projekt „Econnect Germany” weiterentwickelt werden. Dazu haben sich 18 Partner aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengeschlossen, von Sylt bis zum Allgäu. Hier wollen sieben Stadtwerke, sieben Indus-triefirmen und vier Hochschulen nachhaltige Mobilitätskonzepte entwickeln.

In Aachen steht dabei besonders das Aufladen von Elek-trofahrzeugen zu Hause in Verbindung mit dem „Smart Home” im Blickfeld der Aufmerksamkeit. Insgesamt 23 Millionen Euro wollen die Partner in den nächsten zweieinhalb Jahren investieren. Und Aachen selbst hofft, als eines von etwa fünf „Schaufenstern” von der Bundesregierung ausgewählt zu werden und damit weitere besondere Förderung beim Ausbau der Elektromobilität zu erhalten. Nach den bisherigen Erfahrungen und Erfolgen stehen die Chancen dafür nicht schlecht.