Aachen: Erholungs-Gesellschaft feiert Neujahrsempfang

Neujahrsempfang der Erholungs-Gesellschaft : Schon heute an die Zukunft denken

Beim Neujahrsempfang der Erholungsgesellschaft ging es nicht einfach nur um Glückwünsche für das neue Jahr 2019. Es ging vielmehr um die Dinge, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

„Sind Sie bereit für Autobahnen, auf denen jedes zweite Auto autonom fährt – und Sie sitzen drin?“, fragte Professorin Saskia K. Nagel vom Lehr- und Forschungsgebiet „Angewandte Ethik“ mit dem Schwerpunkt Technik- und Umweltethik beim Neujahrsempfang der Erholungs-Gesellschaft Aachen 1837 am vergangenen Wochenende. „Künstliche Intelligenz“ war das überaus spannende Thema, das die Ethikerin in ihrem Vortrag im sehr gut gefüllten Saal beleuchtete und lebhaft diskutierte.

Präsident Jürgen Haas hatte die anwesenden Gäste und Mitglieder zuvor im Namen des Vereins begrüßt. „Die Idee der Erholungs-Gesellschaft ist es, gesellige, freundschaftliche und berufliche Kontakte der Mitglieder miteinander zu pflegen. Regelmäßige Treffen, niveauvolle Feste oder Vortragsveranstaltungen im stilvollen Ambiente bieten hierfür den geeigneten Rahmen. Alle Mitglieder sind eingeladen, das Gesellschaftsleben aktiv mit zu gestalten“, erklärte Haas. Man fühle sich damit der Tradition des Gesellschafts-Clubs verpflichtet, die Wertvorstellungen an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben. Drei Musikerinnen der Musikhochschule Köln Standort Aachen untermalten den Neujahrsempfang am Klavier, an der Geige und mit ihrem Gesang.

Was Saskia Nagel über Roboter als Mitbürger zu erzählen wusste, fesselte und faszinierte die Zuhörer zugleich. „Es gibt auf diesem Gebiet eine rasante Entwicklung, ein Wettrennen um den globalen Fortschritt in Sachen künstlicher Intelligenz bei dem China momentan ganz vorn dabei ist“, betonte Nagel.

Nerv der Zeit getroffen

Mit dem Vortrag der an der RWTH Aachen angestellten Professorin hatte die Erholungs-Gesellschaft den Nerv der Zeit getroffen. Gegründet wurde der Verein 1837 von Aachener Kaufleute, Juristen und Fabrikanten als eine königliche Stiftung preußischen Rechts. Zu ihren renommierten Mitgliedern zählten zum Beispiel David Hansemann, Wilhelm Farwick und Professor August von Brandis.

Die gesellschaftseigenen Immobilien gehörten vor der Zerstörung im Jahre 1943 zu den bedeutendsten Profangebäuden in der Aachener Innenstadt. Der damalige Gebäudekomplex erstreckte sich vom Friedrich-Wilhelm-Platz am Elisenbrunnen bis zur Reihstraße. Das gesellschaftseigene Gebäude an der Reihstraße wurde im klassizistischen Stil wieder aufgebaut und ist heute Mittelpunkt des Club-Lebens mit festlichen Veranstaltungen, Vorträgen und geselligen Zusammenkünften wie dem traditionellen Neujahrsempfang. Die heutigen Mitglieder gehören einem breitem beruflichem Spektrum an und reichen von Kaufleuten über Juristen bis hin zu Unternehmern.

Mehr von Aachener Zeitung