1. Lokales
  2. Aachen

Aachen: Einzelhandel boomt zur Weihnachtszeit

Weihnachtsshopping : Die Aachener stehen wohl besonders auf Socken

Es lässt sich wohl nicht leugnen, dass der Aachener ein besonderes Faible für Socken hat. Oder Strumpfhosen, Stulpen, Seidenstrümpfe ... Eben alles, was Fuß und Bein enorm kleidet.

Das weiß jedenfalls Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen Aachen-­Düren-Köln, zu berichten. „Ein Händler meldete bei meiner Umfrage, dass die Strumpfwaren besonders gute Umsätze eingefahren haben. Ich vermute, dass solche kleinen Geschenke fürs Nikolausfest gedacht sind“, sagt Hamel und lacht. Solch spezifische Aussagen erhält er eher selten. Meistens werden allgemein Süßigkeiten, Dekoartikel, Schmuck, Spielwaren und Parfüm genannt.

Doch ganz gleich, um welches Produkt es sich handelt, gekauft wurde in Aachen so einiges. Das vorweihnachtliche Aachen präsentierte sich am ersten Adventswochenende „gut gefüllt“, wie Hamel sagt. Das bezieht sich einerseits auf das Warenangebot und andererseits auf die Einkaufsstraßen. Handel und MAC (Märkte und Aktionskreis City) zeigten sich jedenfalls zufrieden mit dem Ergebnis.

„Mehr als die Hälfte aller in unserer Umfrage befragten Händler hatten an diesem ersten Adventssamstag höhere oder gleich hohe Einnahmen als im vergangenen Jahr zu verzeichnen.“ Doch es gilt: „Luft nach oben gibt es immer“, so Hamel weiter.

Zahlreiche Reisebusse

Einen wichtigen Faktor beim Weihnachtsgeschäft macht natürlich der Weihnachtsmarkt rund um Katschhof und Dom aus. „Der Aachener Weihnachtsmarkt ist ein herausragender in Deutschland. Aufgrund seiner Lage wird er gut angenommen“, sagt Hamel. In Köln beispielsweise gebe es mehrere Weihnachtsmärkte, die aber in der gesamten Stadt verteilt sind. „Da braucht man schon einen ganzen Tag, um alles zu sehen. In Aachen ist das anders, dort ist alles sehr kompakt.“ Das führt offenbar dazu, dass die Menschen auch in die umliegenden Einkaufsstraßen strömen. „Weihnachtsmärkte sind immer auch Magneten für den Einzelhandel. Sie erhöhen die Verweildauer der Menschen in den Städten.“ Und das seien natürlich nicht nur Aachener. „In Aachen haben wir die Besonderheit, dass viele Menschen aus dem benachbarten Ausland kommen.“ Ein wichtiges Indiz dafür seien die zahlreichen Reisebusse, die am vergangenen Wochenende in der Stadt unterwegs waren.

Hamel betont zudem: „Auffallend war die gute Laune, die man sowohl bei den Besucherinnen und Besuchern sowie bei den Ordnungskräften beobachten konnte. Der Wunsch nach positivem Erleben, Atmosphäre und Wohlfühlen steht bei vielen Besucherinnen und Besuchern ganz oben auf der Wunschliste. Hier hat Aachen mehr zu bieten, als viele vergleichbare Städte.“

Sicherheitsgefühl

Kein Wunder, dass der Einzelhandel positiv auf die nächsten Wochen und Wochenenden blickt. „Unter der Woche kommen oft auch Schulklassen. Es gibt also an keinem Tag besondere Flauten.“ Vor allem nicht, wenn das Wetter in den nächsten Wochen mitspielt. Und auch das gute Gefühl der Menschen bleibt, sich auf dem Weihnachtsmarkt und in der Stadt nach den Anschlägen am Brüsseler Flughafen im März 2016 und auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 wieder sicher zu fühlen, dürfte das dem Einzelhandel in die Karten spielen. Und außerdem für ein gut laufendes Weihnachtsgeschäft sorgen.

Vielleicht landen dann auch noch ein paar Socken mehr unterm Weihnachtsbaum. Oder Strumpfhosen, Stulpen, Seidenstrümpfe ... Eben alles, was Fuß und Bein enorm kleidet.