Aachen: Eine App macht die heißen Quellen erlebbar

Neue Anwendung für das Smartphone : Aachens heiße Quellen im „virtuellen Straßenmuseum“

Die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen hat jetzt die App „Aachen 72° C“ vorgestellt. Mit ihr sollen die heißen Thermalquellen in der Stadt per Smartphone oder Tablet erlebbar werden. Entwickelt wurde die App gemeinsam mit der Stadt Aachen, der NRW-Stiftung und der Landschaftsversammlung Rheinland.

Bereits die Römer schätzten sie, Karl der Große verhalf ihnen zu regelrechter Berühmtheit. Und sie brodeln noch immer: Die über 30 Thermalquellen Aachens. Mit bis zu 72 Grad Celsius zählen die Aachener Quellen zu den heißesten Thermalquellen Deutschlands – und zu den ergiebigsten ganz Mitteleuropas. Jedoch wurden die meisten von ihnen in den letzten Jahrhunderten überbaut. Im Stadtkern sind heute nur noch vier Quellvorbrüche zugänglich. Nicht zuletzt dadurch sind die Quellen vielen nicht mehr bekannt.

Das will die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen ändern. Jetzt stellte sie die App „Aachen 72° C“ vor – benannt nach den Spitzentemperaturen des in Burtscheid liegenden Quellenzuges. „Aachen 72° C“ lässt die alten Quellen im Aachener Stadtkern wieder hervortreten und macht sie so für jedermann erlebbar. Gemeinsam mit der Stadt Aachen, der NRW-Stiftung und der Landschaftsversammlung Rheinland arbeitete die Aachener Bürgerstiftung an der Entwicklung dieses „virtuellen Straßenmuseums“. Menschen sollen sich auf Spurensuche begeben und den Quellen im Herzen Aachens nachspüren können, erklärte Gisela Warmke, Projektleiterin der Bürgerstiftung, die Idee hinter der App. Zu Veranschaulichung hat der Puppenspieler Stephan Wunsch eigens die Puppenfigur „Granni“ entwickelt. Er gehört zum Puppentheater Rosenfisch, und Granni wird bei Führungen zum unterstützenden Begleiter.

Per „Augmented Reality“, also einer Art erweiterter Realität, bringt die App das klassische Museum auf die Straße und die heißen Quellen auf Smartphone- und Tablet-Bildschirme. Wie das funktioniert? Die Kamera des Endgeräts filmt die Umgebung und die App projiziert virtuelle Elemente, wie etwa Brunnen, historische Personen und Wegweiser, ins Bild. „Auf einem Kilometer Strecke kann sich so an zehn Erlebnisstationen über die verschiedenen Thermalquellen und ihre Geschichte informiert werden“, erklärte Karin Schmitt-Promny von der Landschaftsversammlung Rheinland.

Als Dank für die Unterstützung durch die Stadt Aachen wurde Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Vorstellung der App im Centre Charlemagne am Katschhof ein symbolisches Tablet überreicht, auf dem die App benutzt werden kann. Philipp lobte das „virtuelle Straßenmuseum“ in höchsten Tönen. „Mir ist bewusst, dass vielen Aachenerinnen und Aachenern das Sichtbarmachen der Thermalwasserquellen ein Herzensanliegen ist“, betonte Philipp. Das könne er gut verstehen, hätten die Quellen schließlich „das Profil unserer Stadt in ganz vielen Aspekten wesentlich geprägt.“

Die App rückt dieses zentrale historische Gut der Stadt nun wieder stärker ins Bewusstsein und macht die Quellen erlebbar. „Aachen 72° C“ steht für Android- und iOS-Geräte in den Appstores kostenlos zum Download bereit. Wer mehr Informationen zum Projekt und zu der App haben möchte, findet diese im Internet auf www.aachen72grad.de.

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