Aachen: Aachen dient als Vorbild für Europa

Aachen : Aachen dient als Vorbild für Europa

Es gibt den Vereinen der Zivilgesellschaft eine Plattform zum offenen Austausch — das Aachener Weltfest des Eine Welt Forums. Der inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltung, die in diesem Jahr am Sonntag, 10. Juni, bereits zum 32. Mal stattfindet, liegt vor allem auf Menschenrechten, internationaler Solidarität und geopolitschen sowie sozio-kulturellen Konflikten.

Los geht es im Eine Welt Haus an der Schanz 1 um 13 Uhr.

Zu dem diesjährigen Motto „Offenes Aachen, verschlossenes Europa — Wir in der Einen Welt“ weiß Jürgen Jansen, Vorstand Eine Welt Forum Aachen, eine ausführliche Erklärung abzugeben. Die Idee von Aachen als ausgesprochen weltoffene Stadt stamme ursprünglich vom Projekt „Offenes Aachen — Initiative für Demokratie und Menschenwürde“ der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, dem neuen Kooperationspartner des Eine Welt Forums.

„Aachen hat einiges an kultureller Vielfalt und sozialem Engagement zu bieten“, beschriebt Jansen. „Leider gehört die Stadt, aus der Perspektive eines verschlossenen Europas betrachtet, eher zu den Ausnahmen.“ Es sei daher zu guterletzt wichtig zu erkennen, dass wir alle in einer gemeinsamen Welt lebten und international zusammenhalten müssten.

23 Organisationen

Für genau diese kosmopolitischen Werte setzen sich die insgesamt 23 Organisationen und Vereine ein, die ihre Stände auf dem Parkplatz neben dem Eine Welt Forum aufbauen werden. Unter ihnen sind zahlreiche Stammgäste des Weltfests, wie beispielsweise Amnnesty International, Unicef, Missio und die West-Afrika Initiative.

Einige Newcomer, zum Beispiel die Vereine Pro Kongo Ya Lobi und Fair Family, sind allerdings auch mit dabei. Für sämtliche Organisationen gelten die 17 sogenannten Sustainable Development Goals, die Ziele zur nahhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen, zu denen unter anderem globale Armutsbekämpfung, Frieden und Bereitstellung qualitativer Bildung zählen, einen zentralen Ankerpunkt.

Neben Informationen über die vielseitigen gesellschaftlichen Projekte bietet das Weltfest auch einige interaktive Mitmachaktionen. So werden beispielsweise die beiden Vereine Mission und Birhan eine äthiopische Tradition der Kaffeezubereitung vorführen. „Das Fest ist somit auch für jüngere Generation besonders spannend“, sagt Maryam Aliakbari, Promotorin des Eine Welt Forums Aachen.

Ergänzend zum Informationsmarkt gibt es ein buntes Bühnenprogramm, kulinarische Verpflegung und zwei zusätzliche Kooperationsveranstaltungen. Am 6. Juni findet um 18 Uhr eine Hofbegehung auf dem Biolandhof Gut Paulinenwäldchen statt, bei dem die Besucher über ökologische Tierhaltung aufgeklärt werden.

Roman Herre, Experte für Landwirtschaft, Landkonflikte und Agrarhandel von FIAN Deutschland, diskutiert außerdem mit dem Publikum des Fests über die Folgen des sogenannten Landgrabbing, eine Entwicklung der letzten Jahre, bei der sich internationale Agrarkonzerne und Banken gewaltige Flächen an Land zusichern. Der Eintritt für sämtliche Veranstaltungen im Rahmen des Aachener Weltfests ist frei.