Aachen: Der Windpark Münsterwald ist fertig

Windpark Münsterwald : Baustellenampeln auf der Himmelsleiter sind endlich weg

Freie Fahrt in die Eifel: Die Baustellenampeln, die bislang noch an der Himmelsleiter standen, sind weggeräumt. Die Bundesstraße 258 zwischen Aachen und Roetgen ist damit wieder komplett für den Autoverkehr freigegeben.

­Die Baustelle ist weg. Am Donnerstag hat der Aachener Energieversorger Stawag auf der Himmelsleiter zwischen Relais Königsberg und Roetgen die beiden Baustellenampeln demontiert und die einspurige Verkehrsführung aufgehoben.

„Wir sind durch“, sagt Stawag-Sprecherin Eva Wußing auf Anfrage. Damit kann der Verkehr – zumindest in dem Bereich – schon an den Feiertagen ungehindert rollen. Die fünf Windräder im Münsterwald sind bereits seit Ende Oktober in Betrieb. Die Behelfsampeln an der Ein- und Ausfahrt zum Windpark blieben allerdings bis jetzt bestehen, da noch Restarbeiten zu erledigen waren. Auch die Waldwege im Bereich der Windkraftbaustellen sind wieder frei zugänglich.

Die fünf Windmühlen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 112 Metern erzeugen nach Angaben des Energieversorgers jährlich rund 40 Millionen Kilowattstunden Strom. Rund 12.500 Haushalte können damit versorgt werden. Rund 30 Millionen Euro haben die Stadtwerke insgesamt an der Himmelsleiter investiert.

Neue Baustelle

Geht es nach den Vorstellungen der Stawag, dann wird im kommenden Jahr allerdings eine neue Baustelle auf der Himmelsleiter eingerichtet. Denn zwei der ursprünglich geplanten sieben Windräder fehlen noch. Sie sollen auf der linken Seite der Himmelsleiter (von Relais Königsberg aus gesehen) gebaut werden. Hierfür ist eine sogenannte Ausschreibung nach den Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nötig. Die Genehmigungen für die beiden Anlagen liegen vor und gelten weiterhin, wie Eva Wußing betont. Die Vorgaben des EEG hätten sich aber zwischenzeitlich derart gewandelt, dass ein weiteres Verfahren nötig sei. „Die Vergütungsregelung für neue Windräder hat sich komplett geändert“, erklärt die Stawag-Sprecherin.

Nach dem neuen Verfahren muss die Stawag in Konkurrenz zu allen anderen Projektierern in Deutschland ihre Projekte einreichen und auch einen Vorschlag zur Vergütung des produzierten Stroms machen. Nach verschiedenen Kriterien, unter anderem der Wirtschaftlichkeit, erteile die Bundesnetzagentur dann den Zuschlag. „Wir schätzen unsere Chancen als sehr gut ein“, betont Wußing.

Für die bereits installierten Windräder auf der rechten Seite der Himmelsleiter (von Aachen aus gesehen) soll bis Ende des Frühjahrs die Wiederaufforstung abgeschlossen sein. Am Entenpfuhl werden auf rund 25.000 Quadratmetern Bäume und Büsche gepflanzt. Rund um die Windkraftanlagen werden auf rund fünf Hektar Bäume gepflanzt.

Ein Nadelöhr bleibt

Im März 2019, wenn die Fledermäuse nachts unterwegs sind, soll auch das verabredete Fledermaus-Monitoring starten. Zu bestimmten Uhrzeiten, wenn besonders viele der Flugsäugetiere unterwegs sind, sollen die Windkraftanlagen dann abgeschaltet werden. Dafür sind an den Windrädern Abschalt-Algorithmen hinterlegt. Ähnlich soll verfahren werden, wenn Zugvögel die Region überfliegen.

Mit einem Nadelöhr an der Himmelsleiter müssen sich Autofahrer allerdings noch etwas länger herumschlagen. Im Bereich der Einmündung in Richtung Rott ist an Relais Königsberg weiterhin eine Baustellenampel installiert. Sie soll aus Richtung Rott kommenden Verkehrsteilnehmern das Linksabbiegen auf die Himmelsleiter erleichtern.

Hintergrund ist die Sperrung der L 238 zwischen Rott und Roetgen bis voraussichtlich Mitte Februar wegen der Verlegung einer Gasleitung im Auftrag der Regionetz GmbH. Diese Ampel, die Ende Oktober aufgestellt wurde, hatte in den vergangenen Wochen lange Staus im Berufsverkehr verursacht und viele Pendler massiv verärgert.

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