Aachen: Debatte über Auslagerung der Montessori-Grundschule Eilendorf

Diskussion im Schulausschuss : 300.000 Euro mehr fürs Ausweichquartier?

Der Aachener Schulausschuss hat den offiziellen Beschluss zur vorübergehenden Auslagerung der Montessori-Grundschule Eilendorf gefasst. Diese ist notwendig, damit die Schule an der Kaiserstraße zu einem Montessori-Lernzentrum ausgebaut werden kann. Im Ausschuss gingen allerdings die Meinungen auseinander, wie groß – und teuer – das Ausweichquartier für die Schule ausfallen sollte.

Ist es zu verantworten, für ein provisorisches Gebäude, das zwar rund 30 Monate lang, letztlich aber nur vorübergehend gebraucht wird, 300.000 Euro zusätzlich auszugeben? Oder tut es auch die abgespeckte Version, die „nur“ gut 1,1 Millionen Euro kosten würde? Diese Frage hat am Donnerstag der städtische Schulausschuss hin und her diskutiert. Der Beschluss am Ende: Wenn die Montessori-Grundschule Eilendorf vorübergehend nach Rothe Erde verlegt wird, bekommt sie am Auslagerungsstandort die größeren Pavillons – es sei denn, es finden sich in der Umgebung doch noch Möglichkeiten, den Raumbedarf der Schule anders zu decken.

Die Montessori-Grundschule an der Kaiserstraße soll zu einem Montessori-Lernzentrum mit Grundschule und Kindertagesstätte ausgebaut werden. Für die Bauzeit, immerhin zweieinhalb Jahre, muss die Schule ins Ausweichquartier ziehen. Der Umzug ist mehrfach verschoben worden und aktuell für die Weihnachtsferien 2020 terminiert. Baubeginn soll dann im Frühjahr 2021 sein.

Die Schule zieht in das Gebäude der ehemaligen Grundschule Barbarastraße in Rothe Erde. Damit alle Klassen und die Offene Ganztagsgrundschule dort unterkommen, muss auch ein Containerbau auf dem Gelände errichtet werden. In der kleineren Ausführung müssten die Räume multifunktional genutzt werden, morgens für Unterricht, nachmittags für die Offene Ganztagsschule. In der größeren Variante bekäme die OGS dagegen eigene Räume. Das allerdings würde die Kosten um rund 300.000 Euro auf deutlich mehr als 1,4 Millionen Euro erhöhen. Die Bezirksvertretung Eilendorf hatte sich in der vergangenen Woche eindeutig positioniert und dem Schulausschuss die großzügigere Variante zum Beschluss empfohlen.

Matthias Fischer (linke) plädierte im Schulausschuss für die größere Variante. Das sei sinnvoller als den Schülern zuzumuten, die Räume multifunktional zu nutzen, befand er. „Wir tun uns schwer mit dieser Empfehlung aus Eilendorf“, bekannte dagegen Ulla Griepentrog (Grüne). „Ist es wirklich richtig, so viel Geld in eine provisorische Lösung zu stecken?“ Vielleicht gebe es ja Räume in der Umgebung, etwa im Kinder- und Jugendhaus St. Barbara, die für die OGS mitgenutzt werden könnten?

Im Gebäude der ehemaligen Grundschule Barbarastraße kommen nicht alle Kinder unter. Deshalb muss auch eine Containerlösung her. Foto: ZVA/Harald Krömer

Schwer taten sich die Grünen zudem mit der Empfehlung der Bezirksvertreter, für den Schulweg der Eilendorfer Kinder nach Rothe Erde einen „eigenen Busverkehr“ einzurichten. Griepentrog erinnerte: Seit der Schließung der KGS Barbarastraße vor einigen Jahren werde von den Kindern aus Rothe Erde ganz selbstverständlich erwartet, dass sie den Schulweg nach Eilendorf zu Fuß zurücklegen. Bekämen die Kinder von der Schule Kaiserstraße nun einen Bus-Shuttle nach Rothe Erde, dann müsse der eigentlich später auch in die andere Richtung aufrecht erhalten bleiben, fand Griepentrog. „Sonst vertieft das den Graben zwischen Eilendorf und Rothe Erde.“

Der Kompromiss nach intensiver Debatte und einer Auszeit zur neuerlichen Beratung der Fraktionen: Der Schulausschuss beschloss einstimmig, die größere und damit teurere Variante umzusetzen. Vorher soll jedoch überprüft werden, ob nicht doch umliegende Gebäude als Auslagerungsstandort infrage kommen. In Sachen Bustransport soll die Verwaltung die Notwendigkeit prüfen, die Anzahl der betroffenen Schüler und die Kosten ermitteln und den Schulausschuss erneut unterrichten.

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