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Aachen: Das Da Theater feiert Musical-Premiere

Kostenpflichtiger Inhalt: Das Da Theater : „Auf und davon“ im alten VW-Bulli

Im Das Da Theater an der Liebigstraße feiert das Musical „Auf und davon“ Premiere. Alle regulären Vorstellungen sind bereits ausverkauft, es gibt aber Zusatztermine.

Er ist organisiert, strukturiert und pedantisch, sie dagegen spontan, lebenslustig und überhaupt ein bisschen schräg. Gemeinsam reisen Leon und Layla in einem alten VW-Bus in den Süden und lassen von Anfang an keinen Zweifel daran, dass das eine höchst vergnügliche Reise werden wird. Das Aachener Das Da Theater liefert jetzt mit dem Musical „Auf und davon“ eine musikalische Tour durch halb Europa. Mit Songs aus fünf Jahrzehnten, die live gesungen und gespielt werden, bietet die Inszenierung einen Nostalgie-Trip in die Vergangenheit, während sich andere vielleicht gerade über die neueren Songs besonders freuen werden.

„Die Idee zu diesem Musical hatten wir schon sehr lange“, sagt Dramaturg Tom Hirtz. Es habe aber die richtige Truppe und die entsprechende Muße gebraucht, um die Pläne dann auch umzusetzen. „Und genau das ist jetzt gelungen“, freut sich auch Maren Dupont, verantwortlich für die Inszenierung. Insgesamt 17 Lieder liefern eine musikalische Reise von Elvis bis Clueso. Layla und Leon singen, tanzen, streiten, reden und kommen sich währenddessen immer näher – bis dann ganz unerwartet Laylas Freundin Micha aus der Vergangenheit auftaucht und das Gefüge noch einmal ganz neu aufmischt.

Turbulent, nostalgisch und voller Power präsentiert sich diese musikalische Reise, bei der laut Tom Hirtz ein alter VW-Bulli natürlich nicht fehlen durfte. Er ist das Prunkstück auf der Bühne und war offenbar gar nicht so ohne weiteres dorthin zu bekommen. „Wir mussten tatsächlich eine Außenwand abreißen, um ihn platzieren zu können“, erzählt Tom Hirtz. Und noch jetzt macht der rot-weiße Bulli den Eindruck, als wenn er durch die Wand auf die Bühne gefahren wäre. Layla macht sich damit auf die Reise nach Portugal und gabelt unterwegs den Tramper Leon auf.

Mit Rucksack und Gitarre will dieser „auf und davon“, weil ihm sein Leben gerade um die Ohren geflogen ist. Aber ein „Strahlemann, der gleich jedem Erstbesten sein Leben erzählt“, ist er nicht, während Layla ohne Punkt und Komma quasselt und mit ihrer schrillen Art und dem „bunt geklöppelten Poncho“ eine echte Zerreißprobe für Leons Nerven darstellt. Wut, Traurigkeit, Verletzlichkeit bis hin zu Liebe und Glück lauten die Begriffe, die in Form zersprengter Silben in der Kulisse schweben. Wer mag, der kann sich auf die Suche machen und ganze Wörter bilden. Hinter dem schwarzen Gazeschleier hat zudem die vierköpfige Live-Band um Christoph Eisenburger Platz gefunden und ist mal mehr und mal weniger sichtbar. Auf der Bühne spielen und singen: Tine Scheibe (Layla), Tobias Steffen (Leon) und – als Gast – Alina Arenz (Micha).