Aachen: Christus unser Friede wird an Fronleichnam offiziell entwidmet

Aachener Gotteshaus wird entwidmet : Abschied von Christus unser Friede

Just an Fronleichnam, dem „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“, wird auf dem Vorplatz von Christus unser Friede die letzte Eucharistie gefeiert – zwangsläufig auch bei schlechtem Wetter. Beim Gottesdienst am 20. Juni, 9.30 Uhr, verliest Domkapitular Rolf-Peter Cremer die Entwidmungsurkunde des Bischofs für die Kirche an der Königsberger Straße in Driescher Hof unter freiem Himmel.

Denn das Gebäude selbst, erbaut um 1970, ist völlig baufällig und deshalb bereits seit fast vier Jahren geschlossen. Ideen für einen Neubau in unmittelbarer Nähe gibt es bereits seit einiger Zeit, konkrete Ergebnisse lassen allerdings weiter auf sich warten.

Nach wie vor führt die Pfarre St. Katharina, die sich inzwischen bekanntlich im Gemeindeverbund mit St. Donatus zusammengeschlossen hat und zu deren Sprengel die Kirche in Driescher Hof gehört, Gespräche mit potenziellen Investoren, die das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück an der Königsberger Straße erwerben möchten, erklärte Pfarrer Hubert Leuchter am Donnerstag auf Nachfrage. Denn eine Sanierung des Kirchengebäudes komme angesichts der massiven Bauschäden nicht mehr infrage (wir berichteten). Dem Vernehmen nach könnten auf dem Areal Wohnungen errichtet werden.

Zudem gibt es seit Längerem Gedankenspiele, ein neues Gemeindezentrum in unmittelbarer Nähe zu schaffen. Denkbar sei, einen Neubau neben der evangelischen Emmauskirche an der Sittarder Straße anzusiedeln, bekundeten Mitglieder des Kirchenvorstands im Februar gegenüber unserer Zeitung. Bereits seit Jahren haben die katholischen Gläubigen dort ein Ausweichquartier gefunden, um die Messe zu feiern oder auch Gruppensitzungen und Beratungsgespräche anzubieten. Ob die Pläne realisiert werden können, sei derzeit allerdings ebenso völlig offen, zumal das erforderliche Plazet der übergeordneten Gremien beider Kirchen aussteht.

Nicht von ungefähr also werden die Teilnehmer der Fronleichnamsprozession nach dem letzten Gottesdienst an der Königsberger Straße kurz an der Emmauskirche verweilen, bevor sie sich zum Abschlusssegen in St. Katharina an der Forster Linde einfinden und anschließend ihr Pfarrfest feiern. Dort soll es unter anderem nochmals Gelegenheit geben, sich über die Geschichte von Christus unser Friede zu informieren. So hatte eine Gruppe kreativer Frauen aus der Gemeinde das Portal mit einer Vielzahl von Emaillearbeiten auf nicht weniger als 700 Kupferplatten verziert, die in enger Zusammenarbeit mit dem Aachener Künstler Peter Hodiamont geschaffen wurden. Hinter dem Altar wurde eine rund 30 Quadratmeter große Batik mit christlichen Motiven aufgehängt, einer großen Sonne, einer Friedenstaube und einem Sämling, der sich zum Baum entfaltet. Die Gemeindemitglieder hoffen nun natürlich, dass die Kunstwerke schon bald wieder an einem neuen Ort zu sehen sein werden: Möglicherweise könnten sie als Schmuckelemente an Krankenhäuser, Seniorenheime oder soziale Einrichtungen weitergegeben werden.

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