Aachen: CDU reagiert gelassen auf den Vorstoß der SPD

Nach Vorstoß der SPD in Sachen Kommunalwahl 2020 : Aachener CDU sieht Koalition nicht gefährdet

Eher gelassen verfolgt die Aachener CDU-Spitze bislang die Versuche von SPD-Parteichef Mathias Dopatka, politische Bündnispartner für einen gemeinsamen Kandidaten gegen Oberbürgermeister Marcel Philipp zu finden. „Wenn man meint, den Oberbürgermeister nur mit einem Superkandidaten schlagen zu können, ist das eigentlich ein Kompliment“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal.

Die derzeitige Zusammenarbeit mit der SPD-Fraktion im Rat hält Baal aktuell nicht für belastet. „Wir haben vor, unsere Arbeit bis zur letzten Stunde ordnungsgemäß fortzusetzen“, sagt er. Die Gefahr des vorzeitigen Auseinanderbrechens sieht er derzeit ebenso wenig wie CDU-Parteichef Holger Brantin. „Es gibt noch viele Baustellen in der Stadt, dafür wollen wir gemeinsam Sacharbeit betreiben“, so Brantin.

Überrascht zeigen sich Baal und Brantin darüber, dass sich die SPD schon jetzt mit der Kommunalwahl im Herbst 2020 befasse. „Viel zu früh“, finden das beide, da nicht mal das Wahlprozedere klar sei. Verständnis zeigen sie jedoch dafür, dass sich jede Partei vor Wahlen neu aufstelle und auch für sich Werbung mache. „Das nimmt keiner dem anderen übel“, so Baal. Zur von Dopatka formulierten Kritik am Führungsstil von Philipp sagte er: „Wir werden keine Kritik an der Verwaltung und am Oberbürgermeister äußern.“

Wie berichtet, versucht Dopatka derzeit in Gesprächen mit Grünen, Linken und FDP, eine Allianz gegen Philipp zu schmieden. Dazu erklärte Dopatka: „Das OB-Büro hat sich zum Nadelöhr entwickelt. Klare Mehrheitsentscheidungen werden ausgesessen, ignoriert oder, wie beim Büchel, torpediert. Das schadet Aachen, und das muss sich ändern. Es ist also selbstverständlich, dass wir parteiübergreifend miteinander reden, um Wege aus dieser Blockade zu finden.“

Eine Reaktion von Philipp ist auf diese Sätze kaum zu erwarten. Auf Anfrage erklärte er: „Ich kann ja verstehen, dass meine potenziellen Mitbewerber gerne Unterstützung bei der Strategiefindung hätten, aber ich sehe keine Notwendigkeit, mich daran zu beteiligen.“ Er selbst  will sich zu einer weiteren OB-Kandidatur erst im Herbst äußern. „Bis dahin konzentriere ich mich allein auf die Umsetzung des bisherigen Wählerauftrags.“ Das Verhältnis zum Koalitionspartner sieht auch er entspannt. „Herr Dopatka gehört nicht dem Rat an. Die Zusammenarbeit im Rat ist weiterhin vertrauensvoll.“