Aachen: Bürgerstiftung Lebensraum setzt sich für Demokratie ein

Demokratie greifbar machen : Zwischen parlamentarischen Diskussionen und eingereichten Anträgen

Wie sieht es aus, das Leben eines EU-Abgeordneten? Hetzt man von Sitzung zu Sitzung? Blickt man bei den vielen Themen, Anträgen und Diskussionen wirklich immer durch?

Diesen und vielen anderen Fragen gingen 21 Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse auf den Grund. Im Rahmen des Planspiels „Europa ein Zuhause geben“ von der Koordinationsstelle Jugendpartizipation im Bildungsbüro der Städteregion Aachen in Kooperation mit der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, konnten die Teilnehmenden einen Tag lang Europaluft schnuppern.

Das Projekt selbst war Teil der Projektreihe Offenes Aachen 2.0. Unter der Leitung von Georg Schwedt und Max Samland von „Civic GmbH“ wurden die Jugendlichen in Gruppen eingeteilt und widmeten sich den ihnen zugeteilten Aufgaben. Konkret bedeutete dies, dass manch einer ins Parlament berufen wurde oder in die Kommission sowie in den Rat. Inhalt der Diskussionen war die Einrichtung von „Europäischen Kultureinrichtungen“, ein Vorschlag der Europäischen Kommission zur Stärkung des europäischen Gedankens als Gegenmaßnahme zum Verlust des Gemeinsinns innerhalb der EU. „Den Vorschlag haben wir vorab erhalten, allerdings ging es darum, die verschiedenen Anregungen und Möglichkeiten durchzusprechen und anschließend auf den Weg zu bringen“, erklärte Teilnehmerin Vanessa Hollands von der Maria-Montessori-Schule.

Und während sie mit ihrer Gruppe über die Feinheiten des Antrags diskutierte, musste eine andere Gruppe erst ihren Vorsitzenden im Parlament wählen, bevor überhaupt produktiv gearbeitet werden konnte.

Anschließend wurde in großer Runde über den eingereichten Antrag debattiert, allerdings kamen die Beteiligten nicht überein. „Das Ganze war wirklich spannend, denn man hat eine Möglichkeit bekommen, einmal hinter das komplexe Politiksystem zu blicken. Die Diskussionen gingen wirklich in die Tiefe und jeder vertrat andere Interessen, das hat es nochmal interessanter gemacht“, so Vanessa Hollands.

Besuch von Arndt Kohn

Am Ende des Tages gab es dann noch Besuch von einem Mitglied des EU-Parlaments. Arndt Kohn von der SPD sprach mit den Jugendlichen über ihre Eindrücke des Planspiels und gab einen Einblick in seine tägliche Arbeit. „Wenn man was ändern will, muss man sich engagieren, das war mir schon früh klar. Mir gefällt der Gedanke, dass man auf diese Weise politisch etwas bewegen und mitbestimmen kann“, erklärte Kohn.

Für die Organisatoren war die Veranstaltung, die erstmals stattfand, ein voller Erfolg, wie Conny Schmetz resümierte: „Die EU-Politik ist häufig ein nicht greifbares Thema, viele wissen eigentlich gar nicht, was dort genau gemacht wird. Deshalb nutzten wir das Planspiel, um den Teilnehmenden einen besseren Einblick in das Ganze zu geben. Die Resonanzen waren dabei überwiegend positiv und wir freuten uns über das Interesse der jungen Leute an der Thematik.“

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