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Aachen bietet Hörgeschädigten neuen Service

Hilfe für Hörgeschädigte : Mobile Höranlage zum Ausleihen offenbar kaum bekannt

Schon vor einer Weile hat der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) mit Hilfe des Elisabethfonds der Stadt Aachen eine mobile „Frequenzmodulationsanlage“ für Hörgeschädigte angeschafft. Vereine, Institutionen, aber auch Privatpersonen können sie ausleihen, um hörgeschädigten Gästen einen großartigen Service zu bieten.

„Denn Menschen, die nicht gut hören, die auf ein Hörgerät angewiesen sind oder ein Cochlea-Implantat tragen, bleiben bei vielen kulturellen Angeboten außen vor“, sagt Erich Stier, Mitglied der Arbeitsgruppe „Ohröffner 2021“. Eine Induktive Höranlage bietet ihnen die Chance, Vorträge zu verstehen oder Führungen problemlos folgen zu können.

Die mobile Anlage ist etwa so groß wie ein mittlerer Koffer und bietet 15 individuelle Geräte, die per Induktionsschleife funktionieren (für Menschen mit einem Hörgerät) und fünf sogenannte FM-Empfänger (für Menschen, die zwar kein Hörgerät haben, aber dennoch nicht mehr ganz so gut hören).

Das Angebot wurde bislang kaum genutzt, und das kann laut Erich Stier eigentlich nur daran liegen, dass es noch nicht bekannt genug ist. Denn immerhin ermögliche diese Anlage vielen Menschen die Teilnahme an Veranstaltungen, von denen sie ansonsten ausgeschlossen blieben, meint er.

„Nicht gut zu hören, ist ein verbreitetes Problem“, betont er, und im Alter nehmen die Schwierigkeiten demnach zu. Wer sich dann für ein Hörgerät mit einer T-Spule entscheide, hat seiner Meinung nach den richtigen Schritt getan, um gesellschaftlich nicht den Anschluss zu verlieren. Im Dom, im Krönungssaal und auch im Forum der Volkshochschule sowie in vielen Kirchen gibt es inzwischen Induktionsschleifen, die es Hörgeräteträgern ermöglichen, die Stimme eines Redners, der ins Mikro spricht, direkt im eigenen Ohr zu hören: Und das sei phantastisch, so Stier.

Auch sein Handy ist direkt mit dem Hörgerät verknüpft, so dass Gespräche gleichsam ohne äußere Störgeräusche direkt in seinem Ohr landen. Und sollte eines Tages auch der direkte Empfang über W-Lan genutzt werden, ist er mit seinem Equipment schon jetzt hervorragend ausgestattet. „Das ist die Technik der Zukunft“, sagt er.

Bislang aber setzten viele Häuser auf Anlagen mit Induktionsschleifen, die dem Hörgeräteträger erlauben, sich direkt in die Reden einzuklinken, ohne durch störende Nebengeräusche abgelenkt zu werden. Laut Erich Stier wissen viele Betroffene vielleicht nicht, welche Möglichkeiten ein Hörgerät heute bietet. Und entsprechend wüssten sie auch nicht, was ihnen entgeht, wenn sie aus Eitelkeit darauf verzichten.

Die mobile Anlage kann über die „Inklusionsagentur – Wir Alle“ an der Vaalser Straße 40 gegen eine Kaution von 100 Euro ausgeliehen werden. Kontakt telefonisch unter 0241/912666-0 oder per Mail: kontakt@wir-alleac.de.