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Aachen: Beim Kinderparlament diskutieren Grundschüler im Rathaus

Diskussion mit dem Oberbürgermeister : „Kannst du dafür sorgen, dass wir einen Zebrastreifen bekommen?“

Auch in diesem Jahr tagt das Aachener Kinderparlament mit dem Oberbürgermeister im Rathaus. Der 30. Jahrestag der weltweiten Kinderrechte gibt dem Treffen diesmal einen besonderen Akzent.

„Wir kämpfen weiterhin dafür, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz kommen.“ Mit diesen Worten leitet Anke Schürings, Schulleiterin der Grundschule Brander Feld und Sprecherin der Aachener Grundschulen, die Versammlung im Sitzungssaal des Rathauses ein. Jeder Stuhl ist besetzt – aber diesmal ist der Altersdurchschnitt sehr niedrig. Um die 70 Grundschulkinder, begleitet von ihren Lehrerinnen, haben die Plätze eingenommen. Sie tragen Schilder, haben Bleistifte und bunte Blätter vor sich. Fast wie in der Schule. Aber dieser Anlass ist für die Kinder etwas Besonderes. Beim Kinderparlament, einer gemeinsamen Veranstaltung des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Aachener Grundschulen, dürfen sie mitreden und ihre Meinung im Gespräch mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp vertreten. Der besondere Anlass in diesem Jahr: Vor 30 Jahren wurde die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen beschlossen.

„Kannst du dafür sorgen, dass wir einen Zebrastreifen vor unserer Schule bekommen? Sonst müssen wir uns selbst einen basteln“, sagt ein Schüler. Der Oberbürgermeister beantwortet diese Frage positiv: Es seien schon Vorarbeiten für einen neuen Zebrastreifen gestartet.

Danach gibt es eine kleine Aufführung. Ein Junge tritt nach vorn und rückt seinen Schulranzen zurecht. Schüchtern geht er auf ein Mädchen zu, das mit strenger Miene an einem Tisch sitzt. Sie spielen Mutter und Kind. Der Sohn kommt von der Schule nach Hause: „Mama, ich habe eine Sechs im Mathetest bekommen“, sagt er. „Na warte, dafür bekommst du eine Tracht Prügel“, ruft das Mädchen in der Rolle der Mutter. Aber da ruft ein anderes Mädchen: „Stopp! Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung!“ Auf solch spielerische Art werden noch weitere Kinderrechte dargestellt: Das Recht auf eine gesunde Ernährung, das Recht auf Bildung, Spiel und Freizeit und nicht zuletzt auch das Recht auf Schutz im Krieg. Hier gedenken die Schülerinnen und Schüler der Flüchtlingskinder in Syrien.

Den Kindern sind diese Rechte spürbar sehr wichtig. 20 Grundschulen umfasst in diesem Jahr das Aachener Kinderparlament. Zum Abschluss überreichen die Kinder dem Oberbürgermeister eine Unterschriftensammlung zum Thema „Kinderrechte ins Grundgesetz“ und eine Box mit Wunschzetteln.