Aachen: Beim Ideencamp treffen junge Leute auf erfahrene Mentoren

Kreativer Treff im Stadtbad : Von der Geschäftsidee zur Gründung

Sie ist schwarz, sieht auf den ersten Blick aus wie ein Rucksack, lässt sich aber mit wenigen Handgriffen auch zur Fahrradtasche umfunktionieren: Die beiden 15-jährigen Schüler Leander Mellies und Karl Fischer vom Couven-Gymnasium haben den Prototyp dieser wandlungsfähigen Tasche gleich mitgebracht und führen schnell einmal vor, wie sie funktioniert.

Rund 15 Schüler haben sich jetzt mit erfahrenen Mentoren zu einem Ideencamp im Stadtbad Aachen am Blücherplatz getroffen. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Katrin Futterlieb, Stadt Aachen, als eine der Organisatoren des kreativen Treffs. Nur Mädchen seien leider unterrepräsentiert, bedauert sie. Zwei Schülerinnen des St. Ursula-Gymnasiums gehörten zu den wenigen Teilnehmerinnen. Sie wollten sich über ein „internationales Journalismusprojekt“ austauschen, das derzeit noch eine vage Idee ist.

Beim Ideencamp im Stadtbad bekamen die Schüler die Gelegenheit, sich mit gestandenen Profis auseinanderzusetzen. 20 erfahrene Mentoren aus einer breiten Palette von Branchen standen bereit, um den jungen Leuten in einem Workshop zu helfen, ihre Ideen umzusetzen. Leander und Karl hoffen vor allem auf ein Feedback auf ihren wandlungsfähigen Rucksack. „Die Idee ist nicht neu“, räumen sie ein. Aber sie hätten sie perfektioniert und ihr erstes Modell auch gleich auf der Nähmaschine genäht.

An fünf Tischen steckten Mentoren und Schüler ihre Köpfe zusammen, und brüteten über Ideen, die teilweise erst im Entstehen waren. Schon bei der Vorstellungsrunde zeigte sich, welches Potenzial da zusammenkommt. „Profitieren werden beide Seiten“, zeigte sich Jochen Heimann, Moderator von Startup Teens, überzeugt. Unter den Mentoren waren Geschäftsleute, Künstler wie Tim Berresheim und auch Gastronomen wie Kosta Athanasiou (Ferbers Parkcafé). Sie alle stellen ihr Wissen und Können zur Verfügung, um die jungen Leute zu unterstützen: Und am Ende des Beratungsprozesses sollte dann ein Businessplan stehen.

Auch Svenja Kirchhoff, Sparkasse Aachen, war sehr gern ins Stadtbad gekommen. Sie verfügt bereits über jede Menge Erfahrung im Rahmen des Deutschen Gründerpreises für Schüler. Und dass Schüler eine Firma gründen, ist offensichtlich gar nicht so selten. Unter den Mentoren war der eine oder andere, der genau diese Erfahrung gemacht hat. Und da liegt es laut Organisatoren auf der Hand, dass junge Firmengründer von deren Erfahrungen profitieren können. Das Konzept des organisierten Austausches kommt offensichtlich auf beiden Seiten sehr gut an. „Wir haben eine Reihe von Wiederholungstätern“, meinte Heimann mit einem Schmunzeln. Und ein Schüler war sogar aus Paderborn angereist, weil er in Aachen dabei sein wollte. Er sei schon auf mehreren solcher Veranstaltungen gewesen, sagte er. Und die seien immer sehr, sehr anregend.

Das Ideencamp im Stadtbad hat der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Europa der Stadt Aachen gemeinsam mit dem zdi-Netzwerk Aachen & Kreis Heinsberg und der bundesweiten Initiative Startup Teens organisiert. Ob es weitere Treffen geben wird, hängt laut Katrin Futterlieb vor allem vom Interesse der Teilnehmer ab.

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