Aachen: Bei der Diploma stellen Jungdesigner ihre Ideen vor

Ausstellung im FH-Gebäude am Boxgraben : Innovative Ideen für den Alltag

Ein schraubenloses Regalsystem, ein Fahrzeug zur Waldbrandbekämpfung oder ein neues Zugangswerkzeug für die Feuerwehr: Die Fachhochschule (FH) Aachen macht Zukunftsideen zur Gegenwart. Bei der Diploma-Ausstellung präsentieren 50 Absolventinnen und Absolventen aus dem Kommunikations- und Produktdesign ihre kreativen Bachelorarbeiten. Noch bis Samstagabend, 20. Juli, kann die Ausstellung im FH-Gebäude am Boxgraben 100 besucht werden.

Neben Laurenz Michaelis türmten sich am Freitag Kopfschmerztabletten und andere Medikamente. Krank war der Absolvent nicht; mit seinem Projekt wolle er zeigen, dass medizinische Verpackungen auch verbrauchergerecht sein können. „Beipackzettel sind leider häufig sehr unverständlich“, erklärte Michaelis. Also entwarf er selbst eine Medikamentenverpackung, die wie ein Flyer funktionieren soll: Wer mehr als das Grundlegende erfahren will, blättert den Beipackzettel weiter auf.

Die Ideen der Jungdesignerinnen und Jungdesigner waren innovativ, eine Alltagshilfe und oft auch die Lösung eines Problems. Ob Facebook oder Instagram: Insbesondere junge Menschen werden von den unzähligen Informationen ihrer Sozialen Netzwerke förmlich erschlagen, erläuterte Emre Celik und ergänzte: „Mit meiner App kann man Zeit sparen.“ Denn seine App fasst alle Kanäle zusammen. Für ihn sei das die Zukunft der Sozialen Netzwerke.

„Die Studierenden suchen sich ihr Projekt meist selbst aus“, erzählte Prof. Clemens Stübner, Dekan des Fachbereichs Gestaltung der FH. Dadurch ergebe sich die riesige Palette an Themen: Angefangen von einem Spielfilm zum Mauerfall über eine Fotografie des Massentourismus in Paris bis hin zu einem Produktkonzept zur Vorbeugung von Blasenproblemen. Längst sind auch Unternehmen auf die Diploma aufmerksam geworden. „Sie kann ein Türöffner für die eigene Karriere sein“, meinte Stübner.

Denkbar wäre das zum Beispiel bei der Rucksacktasche „Bagpack“. „Im Prinzip ist er marktfähig“, betonte Absolvent Robert Jan Gregor Lehmann. „Man müsste nur eine Produktionsstätte finden.“ Seine wandelbare Tasche lässt sich im Handumdrehen von einem Rucksack in eine Aktentasche verwandeln und sei daher vor allem für Berufspendler gedacht.

Eine von 50 Ideen: Robert Jan Gregor Lehmann hat einen Rucksack entwickelt, der sich ganz leicht in eine Aktentasche verwandeln lässt. Foto: Heike Lachmann

Prof. Eva Vitting, Studiendekanin des Fachbereichs Gestaltung, war sich sicher, dass die Absolventen schnell in einem Unternehmen unterkommen werden. „Designer sind schließlich gefragt“, begründete sie. Die Diploma-Ausstellung kann noch am Samstag, 20. Juli, von 11 bis 18 Uhr im FH-Gebäude am Boxgraben 100 in Aachen besucht werden.

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