Aachen: Ausstellung über die Ordensgründerin Clara Fey

Im vergangenen Jahr seliggesprochen : Clara Fey kämpfte ihr Leben lang gegen Kinderarmut

„Clara Fey hat ihr Leben lang in Kinder investiert, und als Profit konnte sie die verbesserten Lebensverhältnisse eben dieser Kinder verbuchen“, meinte Christoph Stender, Geistlicher Rektor des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK), zur Eröffnung einer kleinen Ausstellung, die in der Sparkasse am Münsterplatz nun an das Wirken der Aachener Ordensschwester erinnert.

Laut Stender passt dieser Ort sehr gut zu dem, was Clara Fey verkörpert. „Denn sie musste immer wieder finanzielle Mitteln organisieren, um ihre Projekte zu verwirklichen“, betonte Stender. Vor 125 Jahren verstarb die Aachener Ordensschwester und Gründerin der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus. Im Mai 2018 wurde Clara Fey seliggesprochen, und das sei in erster Linie Weihbischof Johannes Bündgens und dem emeritierten Bischof Heinrich Mussinghoff zu verdanken, betonte Stender. Beide hatten es sich nicht nehmen lassen, an der Ausstellungseröffnung teilzunehmen – ebenso wie eine ganze Gruppe von Schwestern vom armen Kinde, allen voran die Generaloberin Henriette. Sie alle freuen sich ganz besonders, dass Clara Fey ein Jahr nach ihrer Seligsprechung jetzt noch einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt wird.

Christoph Stender und der Fotograf Michael Lejeune haben die Ausstellung konzipiert und dabei nach eigenen Worten darauf geachtet, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Neben Stellwänden mit Themen wie „Kunsthandwerk“, „Pädagogik“ oder die „Kind-Jesu-Kapelle“ werden in Vitrinen Stickutensilien und sogar ein Brettspiel aus eigener Herstellung gezeigt. Die Freude der Schwestern darüber ist offensichtlich sehr groß. Die Ordensfrau und Ärztin Johann Baptist lebt eigentlich in Kolumbien und ist rein zufällig passend zur Ausstellung in Aachen.

„Es wäre schön, wenn man so etwas auch in Kolumbien machen könnte“, sagt sie. Denn Clara Fey sei dort sehr präsent, und die Menschen würden sie aufs Tiefste verehren. Tatsächlich leben heute 600 Schwestern in 14 Ländern auf vier Kontinenten der Erde und folgen dort den Ideen Clara Feys. Die hat ein Leben lang gegen die Kinderarmut gekämpft und dabei immer wieder neue Wege gefunden, um ihnen nachhaltig zu helfen. Die Stickerei war dabei ein ganz wichtiges Standbein. „Die gestickten Paramente der Schwestern sind so fein gearbeitet, dass sie zum Teil wie gemalt wirken“, meinte Stender. Ihre ewige Ruhe hat Clara Fey in der Kind-Jesu-Kapelle in der Jakobstraße gefunden.

Laut Norbert Laufs, Vorstand der Sparkasse Aachen, kann die Ausstellung über die Aachener Ordensschwester Clara Fey noch bis zum 14. Juni in der Sparkasse am Münsterplatz besucht werden. „Wir haben unsere Räumlichkeiten sehr gerne dafür zur Verfügung gestellt“, sagte er. Aber auch das Museum „De Schat van Simpelveld“ beherbergt eine große Anzahl an Schätzen aus dem Erbe der Schwestern vom armen Kinde Jesus. Im Zuge des sogenannten Kulturkampfes hatten die Schwestern Aachen 1878 verlassen und sich im niederländischen Simpelveld angesiedelt. Bis 2012 lebten sie in dem Kloster, in dem sich heute das Museum befindet.