Aachen: Asbest-Spezialisten rücken am ehemaligen Vegla-Haus an

Bauen in Aachen : Asbest-Entsorgung im Vegla-Haus geht bald in die heiße Phase

Frühestens Anfang Februar kann der Abriss des Vegla-Hauses an der Viktoriaallee in die nächste Phase gehen. Dann soll eine Spezialfirma anrücken, um asbestverseuchte Materialien fachgerecht zu entsorgen.

Die Arbeiten zum Abriss des ehemaligen Vegla-Hauses werden seit einigen Tagen fortgesetzt. Dennoch stehen die Baggerführer weiter auf der Bremse, wenn es um eine alsbald anstehende, besonders heikle Etappe in Sachen Altlasten geht: In Kürze soll und muss ein Entsorgungsunternehmen mit spezieller Zulassung an der Viktoriaallee anrücken.

Vor einigen Wochen nämlich hatte sich herausgestellt, dass in dem ehemals so prägnanten Glaskomplex aus den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts hochgefährliches Asbest in einer Größenordnung verwendet worden ist, die weit über das zunächst erwartete Maß hinausgeht.

Vorerst allerdings würden lediglich weitere Entkernungsarbeiten in Bereichen vorgenommen, die keinesfalls von der Kontamination betroffen seien, erklärte Hubertus Neßeler, Geschäftsführer des Bauunternehmens Nesseler Projektidee, alias „np 3 GmbH“, das auf dem Gelände an der Ecke zur Bismarckstraße ein großes Wohn- und Geschäftshaus errichten will.

Wie berichtet, war das hochgiftige Material in nicht weniger als rund 4500 Betonverschalungen unter den Decken eingesetzt worden. Trotz umfangreicher Voruntersuchungen seien die Gefahrstoffe, die in sogenannten Faserringen verborgen waren, erst im Zuge der Abrissarbeiten entdeckt worden, betonte Neßeler. Anfang Dezember musste das Projekt daher vorerst auf Eis gelegt werden.

Voraussichtlich Anfang Februar könne man mit der Beseitigung der asbestverseuchten Bauteile beginnen, erklärte Neßeler. Bis dahin soll die ausführende Fachfirma per Ausschreibung ermittelt sein. Dabei werden die einzelnen Geschosse komplett verkapselt, bevor die Spezialisten den kontaminierten Betongefäßen in Schutzanzügen zu Leibe rücken. Die betroffenen Materialien werden in zwei separaten Schutzkammern per Unterdruck, also durch Hochleistungssauggeräte gereinigt, erläuterte Klaus Blomquist, Geschäftsführer des Aachener Gutachterbüros Altenbockum und Blomquist, das zunächst auch mit der Konzeption eines maßgeschneiderten Entsorgungsverfahrens betraut worden war.

Die Neßeler-Tochter „np 3“ will in der Viktoriaallee einen Neubau errichten, der unter anderem rund 100 Wohnungen, Praxen, Büros und einen Supermarkt beherbergen soll. Bevor die Hochbauarbeiten – voraussichtlich im Sommer – beginnen können, werde das genaue Vorgehen im Zusammenhang mit der Asbestentsorgung selbstverständlich mit den zuständigen Stellen der Bezirksregierung abgestimmt, unterstrich Klaus Blomquist.

(mh)