Aachen: Arbeiterwohlfahrt erweitert Angebot im Quartier "Guter Freund"

Soziales : AWO-Tagespflege baut Engagement aus

Das Sommerfest der AWO lockt ins lebendige neue Quartier „Guter Freund“. Neue Angebote ab dem Jahr 2020 geplant.

Betritt man die Räumlichkeiten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Tagespflege im Quartier Guter Freund, fällt schnell der familiäre Charakter der Einrichtung auf. Das im November 2018 eröffnete Tagespflegehaus am Eisenbahnweg liegt im neuen lebendigen Quartier „Guter Freund“ direkt neben der AWO-eigenen Kita „Bunte Erde“. „Dies ermöglicht vielfältige Begegnungen und Aktivitäten. Mit den Mädchen und Jungen der fünf Kita-Gruppen gab es schon Bastelnachmittage, Ostereierbasteln und weitere regelmäßige Aktivitäten sind in Planung, um die Generationen weiter zu verbinden“, erzählt AWO-Geschäftsführer Özgür Kalkan.

Nach den ersten Monaten habe sich der Alltag bereits bestens eingespielt, wie Stefanie Mössner, Pflegedienstleitung des Hauses, berichtet. „An drei Tagen haben wir nun jeweils acht Gäste. Unsere Tagespflege hat insgesamt zwölf Gästeplätze in einer wohnlichen Atmosphäre und ist von montags bis freitags von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet“, erklärt Mössner.

Die Tagespflege ist ein teilstationäres Angebot für Senioren, die etwas Abwechslung wünschen, sowie für pflegebedürftige Menschen, die zu Hause von Angehörigen versorgt werden. Die Tatsache, dass nicht mehr als zwölf Gäste gleichzeitig betreut werden, unterstreicht den familiären, persönlichen Charakter. „Zu unseren Gästen zählen Demenzkranke, die größtenteils montags und mittwochs zu uns kommen. So können wir sie gezielt betreuen“, betont die Leiterin. Zu den speziellen Angeboten für Demenzkranke gehöre es, das Erinnerungsvermögen und die Fingerfertigkeit anzuregen sowie sie aktiv einzubeziehen, sie zum Beispiel Kartoffeln schälen zu lassen oder die Kaffeemaschine bedienen zu lassen. „Außerdem besuche uns Senioren, deren Angehörige mal einen Tag Entlastung brauchen und, die sonst zu Hause alleine wären. Vor allem ist auch darauf zu achten, dass die älteren Herrschaften genug essen und trinken. Das ist wichtig und wäre sonst zu Hause ohne entsprechende Betreuung nicht gewährleistet“, erklärt Mössner.

Ein Kreis von älteren Damen habe sich gebildet, die an einem bestimmten Wochentag zu Gast sind und sich super verstehen. „Zu unserem Angebot gehört die Organisation von Fahrdiensten, eine flexible Buchung an einem bis zu fünf Tagen pro Woche inklusive Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee, pflegerische Versorgung und Therapien – zum Beispiel mit unserem Hund Lakritze“, erklärt Mössner, die mit den Besuchern beim Sommerfest ins Gespräch kam und sie umfassend beraten hat. „Für uns ist das heute die Gelgenheit, mit den Leuten aus dem Quartier ins Gespräch zu kommen, die uns noch nicht kennen. Wir bieten übrigens auch einen kostenfreien Schnuppertag an“, erklärt Mössner.

Eine Hüpfburg und Kinderschminken sowie Musik von Akkordeonspieler HeJoe Schenkelberg unterhielten die Besucher den Nachmittag über.

Ab Frühjahr 2020 kommt ein weiterer Baustein hinzu, ein mobiler Pflegedienst unter der Leitung von Verena Kunze. „Die Arbeiterwohlfahrt verfügt über eine mehr als 100-jährige Tradition und Erfahrung im Bereich der Seniorenbetreuung und arbeitet im Netzwerk mit Kranken- und Pflegekassen zusammen. Wir peilen für den Start rund 80 Klienten an“, erklärt Kunze.

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