Aachen: Anwohner kritisieren Baustellen-Beschilderung

Roermonder Straße : „Das ist das reinste Chaos hier“

Die Vollsperrung auf der Roermonder Straße sorgt für Probleme in den angrenzenden Straßen. Vor allem auswärtige Autofahrer biegen nach links in die Rütscher Straße ein – obwohl sie eigentlich in die City wollen.

So war die Sache eigentlich nicht gedacht. Kurz vor Ostern wurde am Ponttor die Großbaustelle Roermonder Straße eingerichtet. Vollsperrung stadteinwärts, Umleitung über die „kleine“ Turmstraße auf den Alleenring. Soweit die Theorie. Was sich in der Praxis abspielt, kostet seit dem Osterwochenende Autofahrer und Anwohner mächtig Nerven.

Wer auf der Roermonder Straße in Richtung Innenstadt fährt, muss sich kurz vor der Kanalbaustelle entscheiden: Nach rechts ist die Turmstraße beschildert, nach links die Rütscher Straße. Und es sind vor allem Auswärtige, die sich links einordnen, in die Rütscher Straße abbiegen – und sich dort und in den angrenzenden Straßen regelrecht festfahren.

Manche bemerken flott, dass die Rütscher Straße nicht die gewünschte Einfallstraße in die City ist, und machen sich daran, gleich am Anfang zu wenden. Spätestens dann staut sich der Verkehr in beide Richtungen. Wer aber zum Beispiel beherzt nach rechts in die Lousbergstraße abbiegt, endet schließlich vor der dortigen Baustelle und muss zurück.

„Wer sich nicht auskennt, der fährt da rein“, beschreibt Anwohnerin Elke Kunze, „das ist das reinste Chaos hier.“ Sie wusste am Samstag kaum, mit ihrem Auto auf die Straße zu kommen, so weit stauten sich die Wagen. Aus ihrer Sicht müsste auf den Hinweisschildern deutlicher gekennzeichnet sein, dass die Rütscher Straße nicht in die Innenstadt führt und dass die Einfahrt nur für diejenigen sinnvoll ist, die zum Beispiel zu den Studentenwohntürmen oder zu einer Adresse im Viertel wollen. Ein gelbes Schild mit dem U, das die offizielle Umleitungsstrecke nach rechts anzeigt, steht zudem ein paar Meter hinter dem Hinweisschild. Da haben viele sich schon eingeordnet.

Am Ostermontag, hat Elke Kunze beobachtet, verirrte sich sogar der Fahrer eines großen Reisebusses aus Lettland in die Rütscher Straße und musste sein Gefährt mühsam dort wenden.

„Ich weiß auch nicht, wo die alle hinwollen“, sinniert am Dienstagmorgen Josef Althoff. Er wohnt am Anfang der Rütscher Straße und verfolgt interessiert, wie ein Auto nach dem anderen in seine Straße hineinrollt. Am ersten Tag, als die Umleitung eingerichtet war, sei sogar ein Linienbus der Aseag dorthin abgebogen, erzählt er.

Anwohner der Rütscher Straße haben am Dienstag Kontakt mit der Stadt Aachen aufgenommen und auf die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände hingewiesen. Wie Rita Klösges vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt, hat sich eine Mitarbeiterin der zuständigen Fachabteilung vor Ort ein Bild der Lage gemacht. „Wir werden auf jeden Fall nachbessern, soweit das möglich ist“, betont Klösges. Allerdings dauere es erfahrungsgemäß bei neuen Baustellen immer ein paar Tage, bis sich die Autofahrer an die neue Verkehrsführung gewöhnt hätten.

Mit der Baustelle am Ponttor werden sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf jeden Fall noch etliche Monate arrangieren müssen. Die Kanalbauarbeiten von Stawag/Regionetz sollen bis Oktober dauern.

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