Aachen: Anwohner haben viele Anregungen zu den "Luisenhöfen"

Bauprojekt „Luisenhöfe“ : „Zu viele Autos, zu wenig Luft und Licht“

Bei einer Informationsveranstaltung zum Bauprojekt „Luisenhöfe“ haben Anwohner zahlreiche Änderungsvorschläge und -wünsche vorgebracht. Überplant werden soll der Bereich zwischen Boxgraben, Mariabrunnstraße, Reumontstraße und Südstraße.

Aachen Mehrheitlich wollen die anwesenden Anwohner des Bauprojekts „Luisenhöfe“ eigentlich, dass alles so bleibt, wie es bislang ist. Doch realitätsfremd sind die Bewohner des Karrees zwischen Boxgraben, Mariabrunnstraße, Reumontstraße und Südstraße nicht. Also brachten sie bei der Bürgerinformation am Donnerstagabend zahlreiche Änderungsvorschläge und -wünsche sowie zahlreiche Fragen vor, die in den gut zwei Stunden kaum von den Vertretern der Stadt, der Investoren sowie des planenden Architekturbüros beantwortet werden konnten. Die Anwohner hoffen aber, dass ihre Vorschläge Niederschlag in den weiteren Planungen finden. „Wir brauchen eine substantielle Beteiligung. Nicht eine Beteiligung um der Beteiligung willen“, meinte eine Anwohnerin.

Das Bauprojekt „Luisenhöfe“ steht gerade am Anfang des Planungsverfahrens. Damit die Investoren „Luisenhöfe GmbH“, gegründet von den Immobiliengesellschaften Landmarken und Aixact, überhaupt loslegen können, muss der Bebauungsplan für den Bereich geändert werden. Der Planungsausschuss hat eine so genannte „frühzeitige Beteiligung“ für diese Quartiersentwicklung beschlossen, „obwohl das gesetzlich nicht vorgesehen ist, weil es sich um eine Innenentwicklung handelt“, wie Burkhard Kelberlau, Projektleiter des Bebauungsplanverfahrens, erklärte. „Das öffentliche Interesse ist aber deutlich.“

In dieser ersten Phase können Bürger noch bis 12. April auf verschiedenen Wegen Eingaben zum Projekt machen. Danach erarbeitet der städtische Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen durch Abwägung der Vorschläge einen überarbeiteten Bebauungsplan für die Offenlage, die frühestens im Herbst terminiert werden kann. „Sämtliche Planungen, Gutachten und Konzepte werden dort einsehbar sein“, versprach Kelberlau.

Neben der überarbeiteten architektonischen und landschaftsarchitektonischen Pläne gehören dazu zum Beispiel auch ein Freianlagenplan, ein Baumbilanzplan, Gutachten zu Artenschutz und Lufthygiene sowie ein Mobilitätskonzept. Eingaben sind dann aber nur noch schriftlich möglich, eine weitere Bürgerinfo ist bislang nicht vorgesehen. Nach einer weiteren Überarbeitungsphase folgen die politischen Entscheidungen in den verschiedenen Gremien Bezirksversammlung, Planungsausschuss, Rat.

Abzuwägen haben die Planer einiges, wenn sie alles berücksichtigen, was die Anwohner umtreibt: Angefangen bei der Schulwegsicherung in der Bauphase über die Sorge um die zu erhaltenden Bäume, denen durch den Bau von Tiefgaragen das Wasser abgegraben werden könnte, bis zu einem Appell für nachhaltiges Bauen mit möglichst wenigen oder gar keinen Stellplätzen für Anwohner, intensiver Dachbegrünung, Sicherstellung von Ausgleichspflanzungen und einem höheren Anteil von sozialem Wohnungsbau als die vorgesehenen 30 Prozent der Wohneinheiten.

So fachlich versiert alle Vorschläge bei der Bürgerinfo vorgetragen wurden, brachte es ein Anwohner gegen Ende der Veranstaltung doch auf eine Gefühlsebene, die reichlich Zustimmung erhielt: „Vom Gefühl her planen Sie mit einem Geschoss zu viel. Das ergibt zu viele Autos und zu wenig Luft und Licht. Weniger wäre besser vermittelbar.“

Mehr von Aachener Zeitung