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Aachen: 700.000 Euro für neue Kaiserlinden an der Kullenhofstraße

Neue Kaiserlinden : Aachens wohl größte Pflanzaktion am Klinikum

Alexander Gilson ist zufrieden, als er gemeinsam mit Bezirksamtsleiter Walter Wery und mit Helga Efes von der Laurensberger Bezirksvertretung die Kullenhofstraße entlang geht. Seit wenigen Wochen ist die Straße, ist er sich sicher, „schöner als vorher“. Jetzt sei die Straße eine richtige Allee, pflichten die anderem ihm bei.

Diese kleine Wandlung der Kullenhofstraße liegt daran, dass die Uniklinik RWTH Aachen 28 Kaiserlinden hat einpflanzen lassen. Hinzu kamen sechs weitere, etwas kleinere Bäume,die auf dem Parkplatz und an der Ecke Steinbergweg gepflanzt wurden. Zu dieser Pflanzaktion hatte sich die Klinik im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages verpflichtet – und sich die Aktion auch einiges kosten lassen: 700.000 Euro haben die neuen Bäume an der Straße bei Aachens größtem Krankenhaus gekostet.

Positive Rückmeldungen

„Wir haben unsere Zusage eingehalten und keine Kosten und Mühen gescheut“, erklärt Peter Asché, Kaufmännischer Direktor der Klinik, im Gespräch mit unserer Zeitung. Durch die Pflanzungen wolle das Klinikum einen Beitrag für die Umwelt leisten. „Ich freue mich sehr über das Ergebnis und habe auch von vielen Mitarbeitern positive Rückmeldungen bekommen“, so Asché. Für die Kaiserlinden habe man sich übrigens entschieden, weil man das für äußerst passend hielt in Aachen, der Kaiserstadt.

Der Aufwand, den die Klinik für die Bäume betrieb, die aus dem Bremer Raum stammen, ist enorm. „Jeder Baum musste mit einem Sattelschlepper einzeln nach Aachen gebracht werden“, erzählt Peter Asché. Zehn Tage lang musste die Straße gesperrt werden, um die Bäume mit Hilfe eines Krans einzupflanzen, einer nach dem anderen. Immerhin: Die Bäume sind etwa 14 Meter hoch und je 7 Tonnen schwer. Und nun sind Mitarbeiter kräftig dabei, die „Neuankömmlinge“ während der nächsten Tage ordentlich zu wässern, damit sie sich an ihrem neuen Standort auch wohlfühlen. Eine weiße Schutzschicht rund um den Stamm soll die Bäume vor Umwelteinflüssen schützen – zumindest in der Anfangszeit, bis die Farbe abblättert.

Die Uniklinik RWTH Aachen hat 28 Kaiserlinden einpflanzen lassen. Foto: Uniklinik RWTH Aachen/Heiko Barg

Für den Fall, dass ein oder mehrere Bäume Transport und Umpflanzung nicht überstanden haben sollten, hat die Klinik vorgesorgt: „Der Gartenbetrieb, bei dem wir die Bäume gekauft haben, hat uns sozusagen eine Garantie gegeben“, erklärt Asché.

Hohe Wellen

Die Baumfällungen am Klinikum, die mit den großen Umbaumaßnahmen im Zusammenhang stehen – unter anderem entstehen ein neuer Zentral-OP und ein neues Parkhaus – hatten seinerzeit hohe Wellen geschlagen. „Vor allem für die umliegenden Anwohner war das verständlicherweise kein schöner Umstand“, sagt Gilson. Umso mehr begrüße er, dass die Uniklinik sich nach dem Votum der Bezirksvertretung wie auch dem städtischen Planungsausschuss zu den Großbaumpflanzungen bereiterklärt und im Endeffekt alles „so wunderbar“ geklappt habe. Gilson sagt: „Immerhin war es die umfangreichste Baumpflanzung, die es in Aachen je gegeben hat. Zumindest von der Größe der Bäume her muss man ihm wohl zustimmen.

So wunderbar soll es auch in Zukunft laufen zwischen Klinikum, Bezirksvertretung und der Stadt: „Wir haben in den letzten Wochen der nun abgeschlossenen Bauphase wunderbar zusammengearbeitet und sehr transparent kommuniziert. Das sollten wir auch in Zukunft so beibehalten“, appelliert Gilson an alle Beteiligten. „Ich will vermeiden, dass dieses große Bauprojekt einen negativen Ruf bekommt.“

Ja, man wolle auch in Zukunft eng mit der Bezirksvertretung und der Stadt zusammenarbeiten und auch die Bevölkerung direkt in Kenntnis setzen über das, was vor sich geht, sagt Peter Asché. So habe die Kommunikationsabteilung des Klinikums auch auf der Internetseite des Klinikums eine Rubrik eingeführt, um über den Fortschritt der Bauarbeiten zu informieren.

Parkhausbau im kommenden Jahr

Jetzt, wo die Kullenhofstraße so gut wie fertig ist – es fehlen nur noch Fahrbahnmarkierungen –, wird als nächstes das neue Parkhaus angegangen. „Wir rechnen mit einem Baubeginn im ersten Quartal des kommenden Jahres“, sagt Asché. Erst wenn die neuen Parkplätze da sind, beginnt man am Klinikum mit dem Bau des neuen Zentral-OP. Der soll nämlich direkt vor dem Hauptgebäude entstehen, was einen Verlust von Parkplätzen bedeutet.