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Aachen: 18. Nacht der offenen Kirchen am 12. Oktober

Nacht der offenen Kirchen : Einmalige Erlebnisse zwischen Gebetsbank und Altar

Bei der 18. Nacht der offenen Kirchen am kommenden Freitag öffnen 33 Häuser ihre Türen und bieten ein reichhaltiges Programm für alle Interessierten – vom Selfie mit dem Tod bis hin zur Tanzvorführung.

Es ist immer wieder eine besondere Atmosphäre, wenn Gemeinden und kirchliche Einrichtungen aller christlichen Konfessionen ihre Türen öffnen und für Interessierte sichtbar machen, was im Inneren der jeweiligen Häuser passiert. Am kommenden Freitag, 12. Oktober, ist es wieder soweit.

33 an der Zahl sind es im Rahmen der 18. Nacht der offenen Kirchen insgesamt. Was alle vereint, ist die Tatsache, dass sie sich für diesen einen Abend ein besonderes Programm überlegt haben und Kirche damit zu einem einmaligen Erlebnis für Jung und Alt machen. „Gerade in der aktuellen Situation und angesichts des Missbrauchsskandals ist es uns ein Anliegen zu zeigen, dass Kirche bunt ist und heilendes Element sein kann“, betont Timotheus Eller, katholischer Pfarrer der Citykirche St. Nikolaus. Diese widmet sich am Freitagabend im Rahmen einer lyrisch-musikalischen Reise dem Leben der deutsch-jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler. Gemeinsam mit Mona Creutzer und Annette Schmidt vom Theater K erwartet die Besucher ein Konzert mit Lesung unter dem Titel „Sterne, die sich himmellang umwarben…“.

Angebote für alle Sinne

Dass man Kirche mit allen Sinnen erleben kann, macht die Gemeinde Herz Jesu im Frankenberger Viertel deutlich. Geistliche und spirituelle Impulse treffen im Gotteshaus an der Turpinstraße auf Tanz und Kunst. Schülerinnen und Schüler der Tanzwerkstatt Carla Brettschneider erzählen tänzerische Geschichten, und die Künstlerin Barbara Golley widmet sich in ihrer Installation unter dem Thema „Was uns bewegt“ nicht greifbaren, transzendentalen Themen. Zusätzlich sorgt das inklusive Schwarzlicht-Tanztheater „Tabalingo“ für Momente, die keinerlei Worte nötig machen.

Oasen der Stille sowie Möglichkeiten, über Gott und die Welt zu sprechen, dürfen bei der Nacht der offenen Kirchen ebenfalls nicht fehlen. So besteht in der Grabeskirche St. Josef die Möglichkeit, Selfies der etwas anderen Art zu machen – mit dem Tod. Was es mit dieser Aktion auf sich hat, erklärt Gabriele Eichelmann, Pastoralreferentin für Bestattungskultur und Trauerpastoral an St. Josef. „Der Tod trifft jeden von uns, und wir setzen uns ganz bewusst damit auseinander. Deshalb steht bei uns ein Skelett, mit dem man ein Selfie machen kann. Anschließend können unsere Gäste auf einem Papier ihren persönlichen Dialog mit dem Tod aufschreiben. In Kooperation mit dem Suermondt-Ludwig-Museum führt Michael Rief zusätzlich in den Zizenhausener Totentanz ein.“

Meditative Musik

Wer in musikalische Sphären eintauchen möchte, der ist in St. Adalbert genau richtig. Romantische Orgelmusik oder meditative Musik zur Nacht – das bewusste Entspannen steht dort im Vordergrund. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich selbst ein Bild von der Vielfalt der Kirchen und ihren Angeboten zu machen. Kirche ist lebendig und spricht alle Sinne an, das sollte man selbst erleben“, sagt Sylvia Engels, evangelische Pfarrerin des Citykirche.

Die 18. Nacht der offenen Kirchen findet am Freitag, 12. Oktober, statt. Die jeweiligen Zeiten, das Programm sowie die Möglichkeit einer App-Nutzung gibt es im Internet unter www.nacht-der-kirchen.de/. Die Apag bietet ein Sonderticket zur Nacht der offenen Kirchen an. Es kostet vier Euro und gilt für den 12. Oktober von 17 Uhr bis morgens um 9 Uhr in den Parkhäusern der Apag.

(svp)