Aachen: 96 Mal Kunst unterm Hammer

Aachen: 96 Mal Kunst unterm Hammer

96 Mal knallte der kleine Hammer in den Räumen des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) aufs Holz und Kunstwerke wechselten ihren Besitzer. Im Licht von Neonröhren und vor grauer Betonwand wurden Gemälde, Skulpturen und Fotografien präsentiert. Moderiert wurde die Benefiz-Auktion von Henrik Hanstein vom Kunsthaus Lempertz, der die Wettkämpfe der Bieter teils lakonisch-humoristisch kommentierte.

Es seien die Werke vieler regionaler, aber auch national und weltweit bekannter Künstler, die zum Verkauf stünden, sagte Dr. Werner Dohmen, der Vorsitzende des NAK. So gab es beispielsweise Werke von Karl von Monschau oder Tobias Danke zu ersteigern, die ihre Heimat in der Region haben. Für Internationalität, Aufsehen und besonders hohe Gebote sorgten Namen wie Jonathan Meese und Hans-Peter Feldmann. Der Erlös der Auktion ging zum Großteil als Spende an den NAK.

Wer die Wahl hat . . .

So lang die Liste der Lose war, so vielseitig war sie auch. Skulpturen und minimalistische Bilder spielten mit klaren geometrischen Formen, Gemälde schufen teils surrealistisch wirkende Welten oder faszinierten durch die hingebungsvolle Darstellung kleiner Details. Die Kohlezeichnung von Rinus van de Velde zeigte das Gesicht eines Mannes, dessen Linien einen intensiven, aber freilich nicht völlig entschlüsselbaren Eindruck von Lebensgeschichte und Charakter vermitteln. Schlicht und unprätentiös wirkte Sunah Chois Fotografie von der Skyline Tokios. Unbearbeitet und in kleinem Format ist die Fotografie auf weißem Untergrund gerahmt und hält den Blick für lange Zeit.

Verwirrend und fesselnd zugleich wirkten die Ölgemälde auf Leinwand von Michael Kunze. Sie greifen aus der Realität bekannte architektonische Elemente auf, zersplittern sie aber gleichzeitig und übertragen sie in die Weite eines unwirklich anmutenden, leeren Raums.

So schwankt die Wahrnehmung des Betrachters zwischen dem Wiedererkennen vertrauter Formen und dem Rätseln über die Dimensionen des Raums, der sich im Hintergrund auftut.

Während der Benefiz-Auktion wurde teils sehr entschlossen geboten, und die meisten der vorgestellten Kunstwerke wurden tatsächlich ersteigert. Eine stille Auktion, in der weitere Arbeiten angeboten werden, läuft noch bis zum Freitag, 16. Dezember, auf
www.neueraachenerkunstverein.de im Internet.

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