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Kornelimünster: 75.000-Euro-Projekt der Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall bald fertig

Kornelimünster : 75.000-Euro-Projekt der Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall bald fertig

Groß wird es werden, das neue Kirchenfenster: Gut 25 Quadratmeter misst die schlichte Glasfläche, die es ersetzen wird. Einen richtigen Hingucker hat das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall an der Schleckheimer Straße dann.

Denn entworfen hat das Schmuckstück kein Glaser, sondern eine bekannte Künstlerin: die im vorigen Jahr gestorbene Janet Brooks-Gerloff.

Das alles hat aber seinen Preis. Rund 75.000 Euro kostet das Projekt, knapp die Hälfte will die Gemeinde aus Spenden finanzieren. Gesammelt wird schon seit 1999. 11.000 Euro fehlen zwar noch, doch ist das Ende in Sicht. Ende des Jahres soll das Fenster nun eingeweiht werden.

Teure Kunst statt schnödem Glas im Fensterrahmen? Und das in Krisenzeiten wie diesen, geprägt von Spardebatten, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in den Kirchen? Für Pfarrer Harald Fenske kommen solche Fragen nicht überraschend. Er hat sie auch aus dem Kreis der rund 4000 Gemeindemitglieder schon gehört. „Manche fragen, was das soll, schließlich hätten wir ja ein Fenster”, erzählt er. Andere wiederum wendetenn ein, mit dem vielen Geld könne man Sinnvolleres machen.

Fenske begegnet dem offensiv: „Wir tun sehr viel für die Dritte Welt, da können wir auch etwas für unsere Gemeinde, für unsere Aufgabe tun”, sagt er. Und in einer Zeit der Sachlichkeit, Nüchternheit und Wirtschaftlichkeit müsse auch die Kirche Gegenakzente setzen, den Menschen „ein Mehr an Spiritualität und auch Kunst bieten”. Denn schließlich diene das neue Fenster ja auch der Verkündigung, ergänzt Hans-Jürgen Sünner, der mit Antje Hausmann und Erika Böhnke dem eigens gegründeten „Kirchenfensterausschuss” angehört und auch als Prediger in der Gemeinde wirkt.

Sünner spielt damit auf den religiösen Ansatz der Künstlerin an: Denn im oberen Bereich des Fensters wird der Strom dargestellt, der von Eden ausgeht und sich in vier Hauptarme teilt, wie sie in der Bibel im ersten Buch Mose genannt sind. Sie durchfließen als Strom der Verkündigung des Gotteswortes die vier darunter liegenden Felder mit den vier Gestalten der neutestamentlichen Evangelisten. Im unteren Teil des Fensters strömt die Verkündigung des Evangeliums als gewaltige Flut dann in die ganze Welt.

„Diese künstlerische Verbindung von Neuem und Altem Testament ist sehr selten”, betont Fenske. Auch passe das Thema Alt und Neu gut zur Gemeinde, die seit 1575 existiert und eine der ältesten in der rheinischen Kirche ist, zugleich aber ein relativ neues Gotteshaus besitzt.

Das wurde 1997 errichtet. Damals wurde noch auf ein gestaltetes Fenster verzichtet, ein späterer Einbau jedoch technisch vorgesehen. Jetzt schließt sich dieser Kreis - auch symbolisch: Denn wie seinerzeit die Kirche wird auch das Fenster am ersten Advent eingeweiht.