Aachen: 72 Stunden: Aktion hat an der Waldorfschule begonnen

Aachen: 72 Stunden: Aktion hat an der Waldorfschule begonnen

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wie Beton gemischt wird? Da braucht es schon Nachhilfe vom Praktiker: Man nehme „drei Schaufeln Sand, vier Schaufeln Zement und dann nach Gefühl genug Wasser”. Der Experte heißt Leonard ist gerade neun Jahre alt und hat sein Handwerk an der Waldorfschule gelernt.

Den Ausflug ins Baugewerbe macht er im Rahmen des kirchlichen Projektes „72 Stunden”, in dessen Rahmen im Bistum 5000 Kinder und Jugendliche in 212 Gruppen im Rahmen vielseitiger sozialer Aktionen beweisen, wie kreativ und fleißig sie sich für Gemeinschaft engagieren. DasÊ Motto: Uns schickt der Himmel.

Fast zwei Meter in diese Richtung baut bereits die Klasse 3 der Waldorfschule Aachen, die schon vor den eigentlichen Aktionstagen fleißig bei der Arbeit war.

Ziel der gut 30 Neunjährigen: eine Klettermauer bauen. Die macht allen Freude und ist laut Pia schon ein Jahr geplant.

Aber woher wissen die Kleinen nun, wie man sowas baut? Beton wird gemischt, die Steine sind echt - einem Architektenpapa sei Dank, der das Material zur Verfügung stellte und zu Beginn der Osterferien die erste Reihe Steine selbst gesetzt hat.

Den Rest leisten binnen einer Schulwoche die Bauleute „unter zehn”. „Das haben wir gerade erst gelernt”, sagen Rosalie und Lena und strahlen.ÊBeigebracht hat es ihnen Sebastian Schmidt, Vater- und von Hause aus Künstler, Kunsttherapeut und Pädagoge.

Einer seiner Schwerpunkte ist die Förderung von Kunst im öffentlich Raum, besonders mit Kindern. Die Theorie dauerte nicht lange, jetzt wird angepackt. Die Arbeit sprengt allerdings die eigentlich vorgegebenen 72-Stunden.

Deshalb haben sie an der Anton-Kurze-Allee früher angefangen und schon weit vor den bistumweiten Aktionstagen zwischen dem 7. und 10. Mai rotieren sie auf Hochtouren.

„Wenn wir die halbrunde Mauer mit 1,80 Metern Höhe in fünf Tagen bauen, haben wir ein kleines Wunder vollbracht” sagt Schmidt dem Baunachwuchs.

„Durch Tun lernen, das ist bei uns sowieso im Zentrum und passt sehr gut zur Waldorf-Pädagogik”, erklärt Schulleiterin Anja Ortmanns. In den nun anstehenden Aktionstagen werden die Schüler wohl „nur” noch die Mauer mit Mosaiken verschönern -Êund das Betonmischen ganz schön vermissen.