Aachen: 60 Schüler interpretieren Skulpturen durch Bewegung

Aachen: 60 Schüler interpretieren Skulpturen durch Bewegung

Musik ertönt im Ludwig Forum. Vor modernen Kunstwerken tanzen 60 Schüler in einer Formation, bei der sie sich zum Rhythmus der Musik strecken oder auch klein machen. Mit ausgestreckten Armen laufen sie hin und her, um danach zu kleinen Gruppen zusammen zu kommen und rhythmisch zu klatschen.

Die Europaschule und die Rodaschule aus Herzogenrath haben in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Forum und dem Agora-Theater das Schulprojekt „Moving Pictures“ veranstaltet. Am Freitag findet die Premiere statt, bei der die Schüler die Ergebnisse ihres Projektes präsentieren.

Die Schüler und Schülerinnen haben sieben Stationen für ihr Projekt ausgewählt, wovon sich vier im Erdgeschoss und drei in der oberen Etage befinden. An fünf Stationen wird es Choreographien mit Bewegung geben, zwei Stationen beschäftigen sich mehr mit Theater. So wird es eine Station an einem Kunstwerk mit dem Titel „Etwas passiert mit dem Gabeldings“ geben. Dort werden die Assoziationen der Schüler mit dem Kunstwerk sprachlich wiedergegeben. Dies vermittelt den Zuschauern auch einen Einblick in die Anfänge des Projektes.

Die Schüler durften sich die Kunstwerke, die sie für das Projekt verwenden wollten, selbst aussuchen. Dafür hatten sie zu jedem Kunstwerk ihre Ideen aufgeschrieben. „Dass die Ideen aufgegriffen werden, ist ganz in unserem Interesse“, erklärt Lea, Schülerin der Europaschule.

Nun zurück zum ersten Kunstwerk: Marvin, ebenfalls Schüler der Europaschule, hatte die Flugzeug-Idee. Zusammen mit Catharina Gadelha, Choreographin, und Susanne Schrader, leitende Theaterpädagogin des Agora-Theaters, entwickelten die Schüler eine Choreographie, die mit Flugzeugen und Fliegen zu tun hat. Durch das Nachdenken über die Kunstwerke und das Umsetzen in Bewegung bekommen die Schüler und Schülerinnen einen anderen Zugang zu moderner Kunst.

„Man lernt, Dinge zu schätzen, die für einen zuerst nicht interessant aussehen“, beschreibt Lea. Seit Februar wird an dem Projekt gearbeitet. „Ich sehe, dass die Kinder eine andere Selbstverständlichkeit im Haus haben. Das ist ihr Museum“, erzählt Julia Zeh von der Presseabteilung des Ludwig Forums. „Es ist tatsächlich eine sehr emotionale, in diesem Fall körperliche Annäherung an Kunst.“

Imke Voigt, Lehrerin der Europaschule und Initiatorin des Projektes, bringt das Erlebnis der Schüler auf den Punkt: „Letztendlich geht es darum, dass die Schüler diese Welt entdecken können.“

(jju)
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