Aachen: 58-jähriger Elektriker soll im Klinikum Aachen Feuer gelegt haben

Aachen: 58-jähriger Elektriker soll im Klinikum Aachen Feuer gelegt haben

Der Täter hinterließ auf einem Stuhl unter einem Brandmelder im Aachener Klinikum einen deutlichen Fußabdruck. Entweder hatte er so schmutzige Füße oder er war unmittelbar zuvor in Rußpartikel eines Feuers getreten, das er gerade in einem Klinikflur gelegt hatte. So konnte der mutmaßliche Brandstifter gefasst werden, der laut Anklageschrift zudem so dreist war, den vorhandenen Brandmelder aus der Decke zu reißen.

Das passierte am 24. Juli dieses Jahres, der 58-jährige Michael W. wurde vom Sicherheitsdienst des Klinikum gefasst, da er zu dieser Zeit Patient auf einer Station dort war, der Brand war von selbst ausgegangen. Was den Beteiligten jedoch dann erst auffiel, dass derselbe Mann wohl für einen großen Einsatz der Feuerwehr einen Tag zuvor verantwortlich war.

Das jedenfalls meint die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift, in der sie dem 58-Jährigen am Freitag vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht vorwarf, für das Anzünden des Spindes 418 im Versorgungsgebäude des Klinikum am Steinberg verantwortlich zu sein, die Anklage lautete auf schwere Brandstiftung sowie den Versuch im zweiten Fall dazu.

Allerdings schätzt die Staatsanwaltschaft den Täter, der bislang nichts in dem Prozess sagte, als vermindert oder gar nicht schuldfähig ein, da eine „schizophrene Psychose“, so trug es der Staatsanwalt vor, nicht auszuschließen sei. Eine psychiatrische Sachverständige wird darüber ein Gutachten verfassen.

Bei der Brandstiftung am 23. Juli im Versorgungsgebäude soll Michael W., der seit langem als Elektriker im Uniklinikum arbeitete, in seinem eigenen Umkleideschrank Feuer gelegt haben. Dieses Feuer richtete einen erheblichen Schaden an, vor allem der Ruß stieg in die Lüftungsschächte, auch die Elektrik in dem Versorgungstrakt war zumindest teilweise gestört.

Den Schaden bezifferte die Staatsanwaltschaft am Freitag auf eine Summe von 1,5 Millionen Euro. Einer der Sicherheitsbeauftragten des Klinikums sagte als Zeuge aus, er habe den Kollegen von der Elektrik schnell in Verdacht gehabt. Schon seit Tagen sei der über die Station gelaufen und habe merkwürdige Sachen geäußert, vor allem habe er fortwährend über das Uniklinikum geschimpft. Als er nicht weit von der Station des Mannes auch noch einen verschmorten Brandmelder in einem verkokelten Abfalleimer gefunden habe, sei er sich seiner sicher gewesen, vor allem auch, wegen der verschmutzten Füße von Michael W.. Die Fußabdrücke auf dem Stuhl hatte hinterher der Erkennungsdienst der Polizei vermessen und mit denen des Festgenommenen verglichen, sie stimmten überein.

Der Beschuldigte ist zurzeit in einer psychiatrischen Forensik in Köln untergebracht, der Prozess geht am Montag mit weiteren Zeugenvernehmungen weiter.