Aachen: 36 nagelneue Wohnungen hinter steinalten Fassaden

Aachen: 36 nagelneue Wohnungen hinter steinalten Fassaden

Von den drei maroden Altbauten in der Alexanderstraße sind nur noch die Vorderfronten übrig — gestützt von einer massiven Stahlkonstruktion. Doch bald wird den denkmalgeschützten Fassaden ein Neubau Halt geben.

Voraussichtlich im Frühsommer will die Schenkendorfstraße Vertriebs- und Verwaltungs GmbH & Co. KG mit den Rohbauarbeiten für ein neues innerstädtisches Wohnprojekt beginnen. Entstehen sollen insgesamt 36 Wohneinheiten zwischen 25 und 60 Quadratmetern Größe. „Und auch die Fassaden werden wir toll wiederherstellen“, sagt Alexander Quadflieg, Geschäftsführer der Aachen/Würselener Quadflieg-Gruppe, zu der die Bauherrin gehört.

Jahrelanger Still- und Leerstand

Gekauft hat man die drei alten Häuser vor gut drei Jahren aus einer Insolvenzmasse heraus. Damals schon standen die maroden Gemäuer aus dem 19. Jahrhundert seit vielen Jahren leer, verrottete die Bausubstanz hinter verrammelten Schaufenstern still vor sich hin. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Denkmalschutz, betont Quadflieg, habe man nun eine gute Lösung gefunden, wie hinter den wertvollen Fassaden nicht minder wertvoller Wohnraum geschaffen werden kann.

Die Pläne des Aachener Architekten Peter Zimmermann sehen hinter den drei steinalten Fassaden einen großen Baukomplex vor. Im Erdgeschoss ist eine Gewerbeeinheit vorgesehen, im hinteren Bereich des Grundstücks sollen ebenerdig 14 Stellplätze angelegt werden. Die 36 Wohnungen sollen vollständig möbliert und komplett ausgestattet vermietet werden. Dies und der kleinteilige Zuschnitt der Wohneinheiten lässt vermuten, dass sich das Angebot an Studierende richtet — doch diese sind nicht die einzige Zielgruppe.

„Das soll kein reines Studentenwohnen werden. Die Wohnungen eignen sich zum Beispiel auch für Gastprofessoren oder Firmenmanager, die nur einige Jahre in Aachen bleiben“, sagt Quadflieg. Nach dem jahrelangen Still- und Leerstand soll es hinter den drei Fassaden an der Alexanderstraße nun schnell voran gehen. Seit dieser Woche sind die Geräte für die Herrichtung der Baugrube zugange. „Und wir hoffen, dass wir Mitte bis Ende Juni den Kran aufstellen können“, sagt Quadflieg. Im Anschluss soll dann zügig der Rohbau hochgezogen werden, ehe dann im Herbst kommenden Jahres die ersten neuen Mieter hinter den steinalten Fassaden einziehen sollen.