Aachen: 33.000 Läufer sammeln 361.000 Euro

Aachen: 33.000 Läufer sammeln 361.000 Euro

Puh, das war ganz schön anstrengend. Da hat sich Lena den Schluck Wasser redlich verdient. Zwölf Runden mit jeweils 800 Metern hat die Zehnjährige geschafft. Genauso viele Stempel zieren ihre Arme.

Nach jeder Runde gab es einen davon. Insgesamt hatte sie sechs Sponsoren, die ihr pro gelaufener Schleife zwischen einem und zwei Euro zahlen. Das ist schon ein ganz schöne Summe, die die Schülerin der Katholischen Grundschule Passstraße am Freitag erlaufen hat. Mit ihr waren 3700 Schüler und Lehrer rund um Katschhof und Dom unterwegs beim Aachener Friedenslauf unter dem Motto „Grenzen überwinden - Frieden schaffen”.

Grenzen überwinden

Der hat sich mittlerweile zu einer festen Größe entwickelt. Am Freitagvormittag fand er zum 10. Mal statt. Zehn Jahre Ausdauer für den Frieden drücken sich aus durch: 1500 Helfer, 33.200 Läufer, 167.750 gelaufene Kilometer, 361.000 Euro Spendeneinnahmen für Hilfsprojekte. Zehn Jahre stehen auch für Kontinuität.

„Die Kinder und Jugendlichen wissen, dass das keine einmalige Sache ist”, sagt Christoph Stender von Pax Christi, einem der Träger des Friedenslaufes. Im Gegensatz zu anderen Sponsorenläufen steht nicht nur der Lauf-Event alleine. Das Besondere ist das Begleitprogramm, das in den Wochen vor dem Lauf stattfindet. Mit bewegtem Religionsunterricht, Theater, Pantomime, Anti-Gewalt-Trainings und anderen Elementen ist das Thema Frieden in den Schulen behandelt worden. „Diese inhaltliche Auseinandersetzung hilft dabei, Grenzen zu überwinden”, ist Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen sicher. Durch die Beschäftigung und den Lauf, sei Frieden nicht mehr nur ein abstraktes Thema für die Kinder, fügt Rolf-Peter Cremer hinzu. Mehr noch: „Die Kinder sollen Multiplikatoren sein. Sie haben gelernt, wie man Konflikte angeht und löst, ohne gleich die Faust auszpacken. Das sollen sie weitergeben”, sagt Karen Siebert, Leiterin des Friedenslaufes.

Das funktioniert natürlich umso besser, wenn die Kinder sehen, dass sie etwas bewegen. „Beim Lauf merken sie, dass die Stadt für sie still steht”, sagt Siebert. Kinder, Jugendliche und Lehrer von 35 Schulen aus dem Stadtgebiet bringt der Friedenslauf zusammen - von der Grundschule bis zu Hauptschule und Gymnasium. Auch die Viktor-Frankl-Schule beteiligt sich. So sieht man den ein oder anderen Rollstuhl-Fahrer, der wiederum von anderen Schüler geschoben wird. „Die Mädchen und Jungen der Frankl-Schule freuen sich, dass sie nun einmal helfen können. Oftmals ist es ja so, dass andere Menschen ihnen helfen”, sagt Siebert.

Und so werden viele der Schüler auch im nächsten Jahr wieder mitmachen beim Friedenslauf. „Das ist zwar ganz schön anstrengend, aber damit helfen wir ja armen Leuten”, sagt Lena.

Die Spenden gehen an vielfältige Projekte

Träger des Aachener Friedenslaufes sind: Pax Christi im Bistum Aachen, Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, forum Ziviler Friedensdienst, Aachener Friedenspreis, Missio, Evangelische Studierenden Gemeinde, Bund der Deutschen Katholischen Jugend, DJK Sportverband sowie Amnesty International.

Die eingenommenen Spenden fließen unter anderem in Anti-Gewalt- und Rassismus-Trainings in Aachen, Friedensprojekte in Bosnien-Herzegowina sowie an Jugendliche aus Serbien, Mazedonien und dem Kosovo.

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