Aachen: 3000 Euro für die Baumeister

Aachen: 3000 Euro für die Baumeister

Die Schützlinge der Parzival-Schule bauen Lehmhütten, Schafställe und spielen Theater. Kleider und Kulissen machen sie selbst. Und trotzdem diese kreative Arbeit nicht viel mit dem runden Leder zu tun hat, unterstützt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sie nun einmalig mit 3000 Euro.

Denn das Projekt „Kinderträume 2011” richtet sich an Institutionen, die etwas Besonderes für Kinder leisten. Eine ganze Million hat die Männermannschaft des DFB für diese dreijährige Aktion gespendet. Etwa 200 Projekte wurden mit der DFB-Stiftung Egidius Braun bisher unterstützt.

Ein Expertengremium hat die Waldorf-Förderschule mit den Bereichen Lernen, geistige Entwicklung, emotional-soziale Entwicklung oder Sprache vorgeschlagen. 85 Schüler werden hier in der Aachen-und-Münchener-Allee 5 in den Klassen eins bis zwölf unterrichtet. Da die Bildungsstätte eine private Ersatzschule ist, muss die Elternschaft rund zehn Prozent der Schulbetriebskosten für Miete, Personal und Lernmittel sowie einen Teil der Verwaltungskosten aufbringen. „Die Aachener wissen, dass die Parzival-Schule etwas Besonderes ist”, erklärt Lehrerin Lisa Geuer.

„Unsere Pädagogik hat einen anthroposophischen Hintergrund. Behinderte Kinder haben einen gesunden Grundkern. Das erleben wir hier tagtäglich.” Ein Augenmerk liegt auch auf der Zusammenarbeit mit der nahegelegenen Waldorfschule für Schüler ohne Förderbedarf. Gemeinsam wollen die dritten Klassen mit einem Teil des Geldes im Frühling einen Schafunterstand bauen. Eigentlich sollte die Spende in die Turnhalle fließen. „Aber die ist schon wunderschön ausgestattet”, erklärt Geuer, die auch im Spenderkreis der Schule aktiv ist. Hierüber werden die Spenden akquiriert, auf die die private Schule angewiesen ist. So fließen die 3000 Euro nun in die Bau- und Theaterprojekte.

„Die Schule ist uns nicht unbekannt. Schon 2007 und 2009 haben wir hier eine Spende übergeben. Sie kümmert sich mit privater Initiative um Kinder mit Behinderung”, erzählt Wolfgang Watzke, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Egidius Braun. Zusammen mit Karl-Heinz Witt, Vizepräsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, überbrachte er den Scheck. Außerdem hatte Watzke noch einen Satz Trikots, T-Shirts, Souvenirs zur Frauen-Weltmeisterschaft und 16 Mini-Bälle im Gepäck. Und auch einen Tipp brachte er aus Frankfurt mit: „Was hier läuft ist großartig, aber vielleicht noch nicht gut genug. Das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung ist mir wichtig. Vielleicht wäre die Partnerschaft zu einem Sportverein sinnvoll.”

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