Aachen: 28. Weltfest und 30 Jahre „Eine Welt Forum“: Buntes Fest gefeiert

Aachen : 28. Weltfest und 30 Jahre „Eine Welt Forum“: Buntes Fest gefeiert

Es hat mittlerweile schon etwas Symbolisches, wenn das „Eine Welt Forum“ alljährlich seine Türen für die vielen Besucher öffnet. Denn kaum ertönen die Trommeln aus dem Welthaus an der Schanz, dann weiß man: Hier feiern die Kulturen und Menschen aller Herren Länder den Ort, in dem jeder Einzelne zuhause ist: diese eine Welt.

Und deshalb präsentieren sich auch beim 28. Weltfest und dem damit verbundenen 30-jährigen Bestehen des „Eine Welt Forum e.V.“ wieder viele Verbände des Hauses. Unter dem Motto „Aus Verantwortung Visionen wagen“ war das diesjährige Jubiläum nicht nur ein Anlass zum gemeinsamen Feiern, sondern auch, um das Vergangene Revue passieren zu lassen und einen Ausblick zu geben.

Aachens Bürgermeisterin Magrethe Schmeer betonte in ihrer Rede vor allem den positiven Weg, den Stadt und Welthaus schon gemeinsam gegangen sind: „30 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert ist. Generell läuft es hier wirklich gut, und Aachen ist dafür prädestiniert, Unterstützungen in diesem Sektor zu leisten. Wir hoffen natürlich, dass das auch weiterhin so bleibt.“ Die vielen Verbände, die sich im Innenhof präsentierten, informierten und erzählten brachten jeder für sich einen unterschiedlichen Flecken der Erde an die Schanz. Seien es „AK Indonesien“, das Kurdische Volkshaus, die West-Afrika-Initiative oder altbekannte und seit Beginn vertretene Organisationen wie „terre des hommes“ oder „amnesty international“ — alle vereint sie der Wunsch nach einer gerechten Welt.

Für Mona Pursey, Koordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Welthaus, fällt das Resümee der letzten drei Jahrzehnte größtenteils positiv aus: „Wir haben viel erreicht. Seit 2011 ist Aachen Fair-Trade-Stadt, und seit 2006 besteht das Bündnis ‚FAIRhandeln(n)‘, das sich aktiv für faire und menschenwürdige Produktionsbedingungen in der Region einsetzt.“ Dennoch, so Pursey, merke man, dass sich die Gesellschaft und die damit einhergehenden Themen und Probleme geändert haben. Völkerverständigung, Solidarität und Demokratie seien zwar nach wie vor im Bewusstsein der Menschen, allerdings sei alles etwas moderner geworden. Der Klimawandel werde anders wahrgenommen, und auch das Verständnis für „Nord-Süd“ habe an Relevanz nichts verloren. Insbesondere durch die modernen Medien sei eine bessere Partnerschaft möglich. Alles in allem betont Pursey, dass der faire Handel zwar modernisiert wurde, aber die Probleme immer noch da seien.

Bei einer Podiumsdiskussion äußerten sich im Rahmen des Festes zudem einige der Gründungsväter des Welthauses, die die Entwicklung über die Jahre hautnah mitbekommen haben. Eine Sache war aber schon immer und wird wohl auch in Zukunft typisch für das „Eine Welt Forum“ sein: Die Mentalität, dass die Welt bunt und vielfältig ist, wird hier gelebt. Und die Probleme der vermeintlich weit entfernten Nachbarn dürfen dabei nicht in den Hintergrund rücken, denn: „Auf die Gerechtigkeit gibt es kein Verfallsdatum, und von einem ausgewogenem Gleichgewicht profitieren wir alle“, ergänzt Mona Pursey.