Aachen: 25 Jahre Rumänienaktion: Aus erster Hilfe wurde Freundschaft

Aachen: 25 Jahre Rumänienaktion: Aus erster Hilfe wurde Freundschaft

„Eine Blume wandelt noch keinen Winter in Frühling, aber sie gibt die Hoffnung, dass er kommen wird!“ Treffender als dieser Spruch auf einem symbolischen Apfel — an einem Freundschaftsbaum befestigt — kann sich die seit 25 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der Rumänienaktion Aachen-Nordwest und dem rumänischen Caransebes nicht widerspiegeln.

Kürzlich galt es, in der 26.000 Einwohner zählenden Stadt Caransebes im rumänischen Landesteil Banat eine prächtige „Silberhochzeit“ zu feiern, denn die Partnerschaft besteht seit 1990, hat Hilfen gebracht, Freundschaften gegründet und bewirkt, die Not in der rumänischen Stadt erheblich zu lindern.

17 der derzeit 30 Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Rumänienaktion (aus den katholischen Pfarren Heilig Kreuz am Ponttor, St. Andreas in der Soers, St. Martinus in Richterich und St. Heinrich in Horbach) erzählten nach ihrer Rückkehr von der Feier. Alle schwärmten vom Treffen und waren angetan von dem, was sich im Laufe der 25 Jahre positiv verändert hat. Federführend erzählte Theo Brauers von den Anfängen bis zum heutigen Tag.

Seit 1990 gibt es die Hilfsaktionen, Ansprechpartner drüben waren zunächst die dortige Caritas Caransebes sowie die in der Stadt befindliche Klosterfiliale der Franziskanerschwestern aus Salzkotten in Westfalen. Die Caritas und das Kloster unterstützen das Krankenhaus in Caransebes, Altenheime, aber auch Einzelpersonen. „Es konnten eine Kleiderkammer und eine Apotheke eingerichtet werden, es gab zudem Hilfe beim Zubereiten von warmen Mahlzeiten für Kinder und alte Menschen“, so Brauers.

Etwa 60 Euroauflieger mit Hilfsmaterialien wurden bisher in Aachen zusammengestellt und nach Rumänien gebracht. Hinzu kamen Lieferungen wie mehrere Kranken- und Rettungswagen und sogar zwei Mähdrescher. „Allein 56 Euroauflieger hat unser Mitstreiter Hans Gillessen unfallfrei nach Rumänien gelenkt“, freute sich Brauers.

In den letzten Jahren verlagerte sich die Hilfe in den Aufbau eines ambulanten Pflegedienstes zur gesundheitlichen Versorgung von mittellosen und alten Menschen sowie in die Unterstützung eines fahrbaren Mittagstisches für 35 alte Menschen, die Mittagsspeisung von 60 Kindern als auch die Lernförderung von ebenfalls 60 Kindern aus sozial schwachen Familien. Brauers ergänzte, dass eine große Summe an Spendengeldern in den einzelnen Aachener Pfarren gesammelt wurde, hierfür könne man allen treuen Spendern nur ein dickes Dankeschön sagen.

Aber es gibt auch Schattenseiten, weiß Theo Brauers: „In Aachen steht uns leider kein Zwischenlager zum Aufbewahren der Hilfsgüter mehr zur Verfügung, unsere Aktiven werden immer älter, daher wollen wir nun keine Lkw-Ladungen mehr zusammenstellen, sondern finanzielle Unterstützung in den genannten Projekten leisten.“

Im Rathaus lud Caransebes zur Feier Bürgermeister Marcel Vela zu einem Empfang, wo es für das großartige Engagement und die vorbildlichen Hilfen zum Wiederaufbau der Stadt sowie für die Unterstützung an zahlreichen Brennpunkten für die „Aachener Freunde“ ein Diplom gab. Für die Aachener revanchierte sich Rolf Igel mit Dankesworten und überreichte einen Karlstaler in Printenform. Ein Festessen folgte, bei dem die rund 90 Gäste sich anschickten, einen eigens aufgestellten „Baum der Freundschaft“ mit zahlreichen schriftlichen Gedanken und Dankesworten, auf Äpfeln, aus Karton angefertigt, zu verewigen. „Der Baum trug reichlich Früchte, er spiegelt eine tolle langjährige Partnerschaft wider“, beteuert Theo Brauers.

Der sechstägige Aufenthalt war angereichert mit Besuchen einiger sozialer Einrichtungen sowie des Klosters und der Caritas. Deren Leiter Ludovic Mleziwa sowie die Leiterin des Klosters, Schwester Hiltrud Wacker, bedankten sich für die großzügigen Hilfen und Unterstützungen in 25 Jahren. Aber auch interessante Ausflüge sorgten für Abwechslung.

Von Tirgu Mures aus flog die Aachener Delegation wieder zurück in die Heimat. Man war sich einig: Echte Freundschaften wurden weiter vertieft. Und fest steht auch: Ein Wiedersehen, ob in Rumänien oder in Aachen, ist fest vereinbart. „Wir alle freuen uns jetzt schon darauf“, schloss Theo Brauers die erfreuliche Resonanz der „Silberhochzeit.“

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