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Aachen: 24 Stunden-Schwimmen: 3260 Bahnen und ein neuer Rekord

Aachen : 24 Stunden-Schwimmen: 3260 Bahnen und ein neuer Rekord

Ein Tag. 24 Stunden. 1440 Minuten. 86400 Sekunden. Das ist jede Menge Zeit, in der man so einiges leisten kann. Dass man in dieser Zeit jedoch über 80 Kilometer im Wasser zurücklegt, scheint nahezu unvorstellbar. Und dennoch wurde die Machbarkeit beim 24-Stunden-Schwimmen aufs Neue unter Beweis gestellt und ein neuer Deutschland-Rekord aufgestellt.

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass der Aachener Schwimmverein (ASV 06) das letzte 24-Stunden-Schwimmen ausrichtete, ehe die Idee vor drei Jahren zusammen mit dem Brander Schwimmverein (BSV) wieder aufgegriffen wurde. „Das war direkt ein Bombenerfolg“, stellte Organisator Jochen von Arnim fest, „und wie das in Aachen so ist, hat alles, was mehr als zweimal stattfindet, bereits Tradition.“ Nicht verwunderlich, gibt es doch in der Region nichts Vergleichbares.

Ehrung für die Besten: Die Top-Schwimmer schafften unglaubliche Kilometerzahlen. Foto: Veranstalter

Um Punkt 12 Uhr sprangen die ersten Schwimmer am Samstag bei der dritten Auflage des Aachener 24-Stunden-Schwimmens ins Becken der Osthalle. Insgesamt wagten sich auf sechs Bahnen 370 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Wasser. Nicht einfach, da zwecks Auswertung den Überblick zu behalten. Denn normalerweise finden sogenannte „RFID-Chips“ bei Sportevents Anwendung, um die zurückgelegte Strecke zu ermitteln.

„Das funktioniert wunderbar beim Laufen, beim Radfahren, aber eben nicht beim Schwimmen“, schilderte der Organisator. Eltern, die in Softwarefirmen arbeiten, suchten zunächst nach Lösungen für dieses Problem, ehe ein externer Dienstleister gefunden wurde, der die aufwändige Auswertung übernahm.

Und das funktioniert so: Jeder Schwimmer wurde im Vorfeld per Strichcode erfasst und je nach Ambitionen einer Bahn zugeordnet. Über die Nummer auf der Badekappe können die „Bahnenzähler“ die Schwimmer unterscheiden und diese Nummer immer nach jeweils 50 zurückgelegten Metern auf einem Touch-Pad antippen, dessen Daten direkt über W-Lan an einen Zentralrechner übertragen werden.

Starter aus ganz Deutschland

Neben Aktiven der Schwimmvereine im Bezirksgebiet waren Sportler aus dem ganzen Bundesgebiet vertreten. „Obendrein sind weitere unterschiedlichste Organisationen oder Firmen vertreten, die mit ganzen Teams den Sprung ins Nass wagen möchten“, freute sich von Arnim, denn sein Ziel sei der Breitensport: „Wir möchten möglichst viele Menschen ins Wasser bringen.“ Aus dem reinen Sport-Event sei daher schnell ein spaßiges und außergewöhnliches Erlebnis mit netten Gleichgesinnten geworden.

Für Leistungsschwimmer haben die Organisatoren dennoch zwei Bahnen reserviert, damit diese nicht ausgebremst werden. „Es gibt welche, die nahezu 24 Stunden im Wasser verbringen“, berichtete von Arnim. „Im ersten Jahr sind sowohl der männliche, als auch der weibliche Rekord gebrochen worden, zweimal 80 Kilometer.“ Wenig verwunderlich, dass das Aachener Event im deutschlandweiten Ranking mindestens auf Platz zwei zu finden ist. Nun waren 3240 Bahnen, was einer Strecke von 81 Kilometer entspricht, zu knacken, um sich das Preisgeld in Höhe von 500 Euro zu sichern.

Das schaffte erneut Vera Niemeyer aus Würselen, die „Sportlerin des Jahres 2017“ und Weltrekordlerin im 24-Stunden-Schwimmen (96,3 Kilometer). 81,5 geschwommene Kilometer reichten aus, um den Deutschland-Titel zu verteidigen. Bester männlicher Schwimmer wurde Hans Fuhrmann mit insgesamt 60 Kilometern. Unter den jüngsten Teilnehmern erbrachte Mats Pöhler die Bestleistung. Der Zwölfjährige legte in 24 Sunden 1688 Bahnen zurück, was 42,2 Kilometer entspricht.

Es spiele aber keine Rolle, ob man Hochleistungsziele verfolge oder sich einfach nur im sportlichen Miteinander betätigen möchte. Wer mindestens 100 Meter am Stück schwimmen kann, darf teilnehmen, kommt direkt in die Wertung und darf sich schon unmittelbar nach der zurückgelegten Strecke neben einer Urkunde auch eine der begehrten Medaillen abholen. „Unser Lohn sind die freudigen Gesichter“, meinte von Arnim. Letztendlich sei jeder, der sich ins Wasser wagt und versucht, seine Ziele durchzusetzen, ein Sieger.