Aachen: 23. Lousberglauf: 2000 Teilnehmer bezwingen den Teufelsberg

Aachen: 23. Lousberglauf: 2000 Teilnehmer bezwingen den Teufelsberg

Die fünf Gläser Bier in der Hand kann Martin Plum so gerade noch balancieren. Bei seinen Freunden angekommen, wird das Bier flott aufgeteilt und Martin macht es sich mit einer Bratwurst bequem. Jetzt ist er fertig für den großen Lauf - wenn auch nicht als aktiver Läufer.

Doch auch der Job als Anfeuerer sei gar nicht so einfach, erzählt er lachend. Schließlich muss der Name laut genug gerufen werden, damit er bei den ganzen Menschenmassen nicht untergeht. So sind - wie immer beim Lousberglauf - auch dieses Jahr wieder enorm viele Zuschauer gekommen, um die Stimmung rund um den großen Lauf mitzuerleben.

2000 Läufer haben sich angemeldet, und mindestens 1000 Schaulustige stehen am Rand und feuern kräftig an, als Oberbürgermeister Marcel Philipp um 19 Uhr am Mittwochabend den Startschuss gibt.

Dass der nunmehr 23. Lousberglauf mittlerweile regelrecht „Kult” in Aachen ist, ist unschwer zu erkennen. Nico Sperle, Leiter des Hochschulsportzentrums der RWTH, ist deshalb auch voller Lob an alle, die dieses Event möglich machen und mit so viel Engagement dabei sind: „Der Lauf wirkt in die ganze Region hinein, und es ist ein ganz toll aufgestelltes Event. Auch wenn es viel Kraft braucht, alles zu regeln und zu managen, lohnt es sich immer wieder.”

Dem kann Peter Lynen, Organisationsleiter des Lousberglaufs, nur zustimmen: „Dass der Lauf sich so großer Beliebtheit erfreut, sieht man vor allem daran, dass alle Startplätze innerhalb kürzester Zeit vergeben waren. Da war schon die erfolgreiche Anmeldung wie ein kleiner Sieg. Die Teilnehmer verbinden mit dem Lauf viele Emotionen. Zudem ist auch der Uni-Lauf-Cup mit integriert. Und bei so einer tollen Veranstaltung möchte jeder Student mindestens einmal mitgelaufen sein.”

Obwohl: Wer einmal Blut geleckt hat, der ist schlagartig infiziert und kommt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch wieder. So wie René Delpy, der mit einem Team von elf Leuten der „Alania”-Studentenverbindung mitläuft. Auch sie sind bei weitem nicht das erste Mal dabei. Seit 2006 sind die Läufer von dem sportlichen Ehrgeiz, den Teufelsberg zu bezwingen, angesteckt.

Es geht um mehr als sportliche Höchstleistungen: Das Miteinander und das Gemeinschaftsgefühl stehen im Vordergrund, wie Professor Doris Klee, Prorektorin der RWTH, betont: „Das Wir-Gefühl wird hier erhöht. Nicht nur Studenten, auch Mitarbeiter laufen gemeinsam die Strecke, was eine einmalige Atmosphäre ausmacht.” Den Willen, es auch zu schaffen, den haben alle.

Allerdings findet man zwischen hochmotivierten Sportlern, die sich schon lange vor dem Startschuss warm machen, auch diejenigen, die bereits vor dem Start das ganze Unterfangen am liebsten absagen würden. 5555 Meter sind zwar keine unzumutbare Strecke. Aber die Angst, sich vor den jubelnden Besuchern dann doch zu blamieren, da man schon nach den ersten 200 Metern das Gefühl haben könnte, dass einen nur noch ein Sauerstoffzelt vor dem Erstickungstod bewahrt, haben offenbar auch einige.

Bei den Männern gewann mit 16 Minuten und 42 Sekunden Hamid Maaziz aus Brüssel den ersten Platz, der damit sogar einen neuen Streckenrekord aufstellte. Platz zwei sicherte sich mit einer Zeit von 16:44 Minuten, also nur zwei Sekunden mehr, Rachid Ezzounidou, ebenfalls aus Brüssel. Mit einer Zeit von 17:17 Minuten lief Friedrich Schenk vom Team Frauenhofer IPT ins Ziel.

Auch bei den Frauen liefen schon nach kurzer Zeit die ersten Sieger ein. Wie in den Vorjahren gewann Veronica Pohl den Lousberglauf. Mit einer Zeit von 19:34 Minuten war sie zwar erschöpft, aber glücklich. Platz zwei ging an Nina Kunz mit 20:03 Minuten, und der dritte Platz auf dem Siegertreppchen ging an Kristina Ziemons mit 20:38 Minuten.

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